Armaturen im Kühlkreislauf
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Armaturen im Kühlkreislauf
Die regelkonforme Dokumentation aller relevanten Anlagenunterlagen ist für einen sicheren, effizienten und rechtskonformen Betrieb von Kälte- und Wärmepumpenanlagen unerlässlich. In Deutschland gelten hierfür strenge Vorschriften nach DIN EN 378 (Kälteanlagen und Wärmepumpen), der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und der Chemikalien-Klimaschutzverordnung. Ein Facility Manager muss eine umfassende Dokumentensammlung führen, um Sicherheit, Umweltschutz und Arbeitsschutz nachzuweisen. Dazu gehören auf jeder Anlage verfügbare Informationen und Berichte, die Planung, Ausführung, Betrieb und Wartung der Anlage belegen. Insbesondere bei Inbetriebnahme, Abnahmen und behördlichen Prüfungen ist die vollständige Dokumentation der technischen Kenndaten, Sicherheitsmaßnahmen und Wartungsmaßnahmen nachzuweisen. Dieses Verzeichnis erläutert systematisch die erforderlichen Dokumente: von den Vor-Ort-Informationen über Logbücher und Wartungsprotokolle bis hin zu Zertifikaten und Anweisungen für den Umgang mit fluorierten Kältemitteln. Ziel ist ein rechtskonformer, umweltfreundlicher und energieeffizienter Betrieb der kältetechnischen Anlage, der auch zukünftigen Auditanforderungen (z. B. ISO 9001, 14001) genügt.
Armaturen im Kühlkreislauf für Gebäudetechnik
- Dokumentenübersicht
- Anlagenbetriebstagebuch
- Anlagentagebuch
- Aufzeichnungen – Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
- Betriebsanleitung – Kälte- und Wärmepumpenanlagen
- Erstleckageprüfungszertifikat
- Betriebsanweisungen – Kälteanlagen, Wärmepumpen und Kühlgeräte
- Dokumentenübersicht
- Installationsdokumentation
- Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema (R&I)
- Sachkundenachweis
- EU-Zertifikat für natürliche Personen
- Unternehmenszertifikat
Vor-Ort-Informationen (Kälte- und Wärmepumpenanlagen)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Vor-Ort-Informationen zur Anlage |
| Zweck & Geltungsbereich | Dokumentiert sofort verfügbare Sicherheits- und Betriebsdaten der Anlage für den Notfall. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2, Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), TRBS 1112. |
| Schlüsselelemente | - Lageplan und technische Daten (Anlagenart, Kältemitteltyp/-menge, maximale Drücke) |
| Verantwortlich | Hersteller / Errichter / Betreiber |
| Praxis-Hinweise | Dauerhaft am Gerät anbringen (witterungsbeständige Tafel) und nach Änderungen aktualisieren; Grundlage für Schulungen und Gefährdungsbeurteilungen nach BetrSichV. |
Erläuterung
Die Vor-Ort-Informationen (auch Kurzbetriebsanleitung genannt) sind fest an der Anlage anzubringen und enthalten wesentliche Kenndaten und Sicherheitshinweise. Die DIN EN 378‑2 fordert zum Beispiel an jedem Kälte- oder Wärmepumpensystem Angaben wie Hersteller, Seriennummer, Anlagenidentifikation, verwendetes Kältemittel, Füllmenge und zulässige Betriebsdrücke auf dem Schild auszuweisen. Ergänzt werden diese durch Informationen über potenzielle Gefahren (z.B. brennbares Kältemittel) und Verhaltensregeln im Notfall. Auch die BetrSichV und die Technischen Regeln (TRBS 1112) verlangen, dass das Personal über besondere Risiken und erforderliche Schutzmaßnahmen beim Umgang mit der Anlage informiert ist. Der Facility Manager muss sicherstellen, dass diese Informationen jederzeit gut lesbar und aktuell sind (z.B. bei Kältemittelwechsel). Dies ist insbesondere bei Anlagenabnahmen oder regelmäßigen Prüfungen eine wichtige Grundlage für den sicheren Betrieb und die Einweisung von Technikern und Bedienpersonal.
Anlagenbetriebstagebuch (Kälte- und Kühlwasserkreisläufe)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Anlagenbetriebstagebuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Laufende Erfassung der Betriebsparameter, Wartungen und Ereignisse im Kälte- und Kühlwasserkreislauf zur Gewährleistung der Anlagenverfügbarkeit. |
| Relevante Regelwerke/Normen | VDI/BTGA 6044, DIN EN 378-4, BetrSichV. |
| Schlüsselelemente | - Wichtige Betriebsgrößen (Druck, Temperatur, Wasserqualität) |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Manager |
| Praxis-Hinweise | Wird als Teil der Betreiberunterlagen geführt und sollte bei Audits vorgelegt werden; hilft bei der Ursachenanalyse im Störfall. |
Erläuterung
Das Anlagenbetriebstagebuch dokumentiert laufend den Ist-Zustand und die Historie des Kälte- oder Kühlwassersystems. Nach der neuen Richtlinie VDI/BTGA 6044 muss der Betreiber beispielsweise bei Temperaturen von −20 °C bis +40 °C die Qualität des Kreislaufwassers (pH-Wert, Leitfähigkeit, Korrosionsparameter) regelmäßig protokollieren. Ebenso werden hier Betriebsdrücke und -temperaturen aufgezeichnet sowie durchgeführte Wartungsarbeiten und Reparaturen. Ein Anlagenbuch dient damit dem kompletten Lebenszyklus-Nachweis einer Anlage. Der Facility Manager nutzt es, um bei Abweichungen oder Problemen (z.B. Korrosionsbefall) frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten und erfüllt damit auch Hygieneanforderungen nach VDI/BTGA 6044. Zudem dienen die Einträge als Nachweis für die sachgerechte Betriebsführung – etwa im Rahmen von Zertifizierung oder innerbetrieblichen Audits.
Anlagentagebuch (Kälte- und Wärmepumpenanlagen)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Anlagentagebuch |
| Zweck & Geltungsbereich | Technische Dokumentation der Funktionsparameter und Inbetriebnahmedaten der Kälte- bzw. Wärmepumpenanlage. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2 und 378-4, VDI 6026-1. |
| Schlüsselelemente | - Messwerte und Betriebskennlinien (z.B. Leistungskennlinien) |
| Verantwortlich | Facherrichter / Installateur |
| Praxis-Hinweise | Grundlage für die Abnahme und spätere Wartungsplanung; bildet den technischen Ausgangszustand für Betreiber und Servicefirma. |
Erläuterung
Das Anlagentagebuch ergänzt das Betriebstagebuch um detaillierte technische Kenndaten der Anlage. Es wird typischerweise vom Errichter im Rahmen der Inbetriebnahme erstellt. Darin sind etwa alle errechneten oder gemessenen Funktionsparameter (Kennlinien), Prüfergebnisse (z.B. der Druckfestigkeitsprüfung) und Kalibrierungsprotokolle enthalten. Soll-Ist-Abweichungen bei Inbetriebnahme (etwa bei tatsächlicher Leistung versus Planung) werden dokumentiert. Dieses Protokoll ist Teil der Übergabedokumentation an den Betreiber und dient als Referenz für spätere Wartungsintervalle. Es ermöglicht die lückenlose Nachverfolgung von Störungen und ist damit wesentliche technische Basis für den langfristigen Anlagenbetrieb.
Aufzeichnungen – Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Aufzeichnungen über Tätigkeiten an F-Gas-Anlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis über Emissionsvermeidung, Dichtheitsprüfungen und sachgerechte Handhabung von fluorierten Kältemitteln. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-4, EU-Verordnung 2024/573, ChemKlimaschutzV, VO (EG) 1516/2007, VO (EG) 1497/2007. |
| Schlüsselelemente | - Anlagendaten (Standort, Betreiber, Kältemitteltyp und Füllmenge) |
| Verantwortlich | Betreiber / zertifiziertes Wartungsunternehmen |
| Praxis-Hinweise | Mindestens fünf Jahre aufbewahren und bei behördlichen Kontrollen vorlegen; elektronische Dokumentation kann sinnvoll sein. |
Erläuterung
Anlagen mit fluorierten Kältemitteln unterliegen strengen Nachweispflichten nach EU- und nationalem Recht. Betreiber müssen Emissionen minimieren und alle relevanten Daten systematisch dokumentieren. Nach DIN EN 378‑4 und der novellierten EU-Verordnung (EU) 2024/573 sind im F-Gas-Logbuch zwingend die Art und Menge des Kältemittels (inkl. CO₂-Äquivalent), alle Nachfüllungen, Leckagesuche-Ergebnisse und R-Wiedergewinnungen festzuhalten. Auch die Termine und Ergebnisse der vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen (nach ChemKlimaschutzV) sowie eventuell durchgeführte Reparaturen werden dokumentiert. Diese Aufzeichnungen sind behördlicher Nachweismittel und bilden die Grundlage für Umweltmanagement (z.B. ISO 14001). Sie müssen mindestens fünf Jahre aufgehoben werden und sollten manipulationssicher geführt werden.
Betriebsanleitung – Kälte- und Wärmepumpenanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Betriebsanleitung |
| Zweck & Geltungsbereich | Umfassende Anleitung für den sicheren, energieeffizienten und gesetzeskonformen Betrieb der Anlage. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2 und 378-3, VDI 6022, BetrSichV. |
| Schlüsselelemente | - Sicherheitshinweise und Betriebsbedingungen |
| Verantwortlich | Hersteller / Errichter |
| Praxis-Hinweise | Betriebsanleitung muss dem Betreiber vorliegen und anlagennah aufbewahrt werden; Grundlage für Schulungen und Einarbeitung. |
Erläuterung
Die Betriebsanleitung ist das zentrale Dokument des Herstellers für den sachgerechten Anlagenbetrieb. Sie enthält alle Informationen, die für den sicheren und energieeffizienten Betrieb notwendig sind: Systembeschreibung, Bedienungsanweisungen, Prüf- und Wartungspläne sowie Notfallabläufe. DIN EN 378 (Teile 2 und 3) fordert, dass der Hersteller die Betriebsanleitung bereitstellt und darin Bedienhinweise, Reinigungshinweise (z.B. VDI 6022 für Hygiene) und Sicherheitshinweise für das Personal aufführt. Der Betreiber muss dafür sorgen, dass die Anleitung stets zugänglich und aktuell ist (etwa bei Anlagenerweiterungen oder Kältemittelwechsel). Sie bildet die Basis für Schulungen, Arbeitsanweisungen und das Instandhaltungskonzept.
Erstleckageprüfungszertifikat
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Zertifikat der Erstleckageprüfung |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Dichtheit des Kältekreislaufs bei der Erstinbetriebnahme. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN 18379 (VOB/C – Lufttechnische Anlagen), EU-Verordnung 2024/573. |
| Schlüsselelemente | - Ergebnis und Prüfverfahren (z.B. Druckprüfung mit Stickstoff) |
| Verantwortlich | Installateur / beauftragtes Prüfunternehmen |
| Praxis-Hinweise | Zertifikat gehört zur Betreiberakte; wird bei jeder Anlagenabnahme und beim Übergang an den Betreiber vorgelegt. |
Erläuterung
Vor der Inbetriebnahme einer stationären Kälte- oder Wärmepumpenanlage muss deren Dichtheit nachgewiesen werden. Gemäß DIN 18379 (Teil der VOB/C für raumlufttechnische Anlagen) hat der Errichter die Leckageprüfung mit entsprechendem Prüfmedium durchzuführen und zu protokollieren. Auch DIN EN 378‑2 schreibt vor, dass dieser Erstleaktest schriftlich dokumentiert wird. Das Prüfungszertifikat listet Prüfverfahren, Messwerte und Prüferdaten auf und bestätigt, dass die Anlage dicht ist. Es ist Grundvoraussetzung für künftige Prüfintervalle (z.B. nach BetrSichV oder ChemKlimaschutzV) und wird fest ins Anlagenprotokoll aufgenommen.
Betriebsanweisungen – Kälteanlagen, Wärmepumpen und Kühlgeräte
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Betriebsanweisung gemäß Arbeitsschutzrecht |
| Zweck & Geltungsbereich | Schriftliche Unterweisung für Beschäftigte über sichere Arbeitsabläufe beim Umgang mit Kältemitteln, Aggregaten und Druckkomponenten. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DGUV Regel 100-500 (früher BGR/GUV-R 500), DGUV Information 211-010, BetrSichV. |
| Schlüsselelemente | - Gefahrenbeschreibung (z.B. bei Kältemittelleckagen) |
| Verantwortlich | Arbeitgeber / Betreiber |
| Praxis-Hinweise | Betriebsanweisungen müssen zugänglich in Sichtweite der Anlage angebracht sein; regelmäßige Unterweisungen dokumentieren. Teil der Gefährdungsbeurteilung. |
Erläuterung
Betriebsanweisungen dienen dem Unfallschutz und der Arbeitssicherheit beim Umgang mit Kälteanlagen. Sie beschreiben Gefahrenpotenziale (z.B. bei Leckagen von brennbaren oder toxischen Kältemitteln) und nennen konkrete Schutzmaßnahmen sowie Verhaltensregeln im Notfall. Nach DGUV-Information 211-010 und DGUV-Regel 100-500 sind Arbeitgeber verpflichtet, schriftliche Betriebsanweisungen zu erstellen und ihre Mitarbeiter vor Arbeitsbeginn sowie jährlich darüber zu unterweisen. §14 BetrSichV schreibt explizit vor, dass Mitarbeiter über mögliche Gefährdungen, erforderliche PSA, Notrufnummern und Erste-Hilfe-Maßnahmen informiert sind. Eine kurz gefasste Version der Betriebsanweisung (Kurzanleitung) wird üblicherweise direkt am Gerät ausgehängt. Diese Anweisungen sind fester Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung und reduzieren Unfälle und Materialschäden.
Betriebsbuch – Kälte- und Kühlwasserkreisläufe
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Betriebsbuch – Kälte- und Kühlwasserkreisläufe |
| Zweck & Geltungsbereich | Dient der kontinuierlichen Erfassung von Betriebszuständen, Parametern und Wartungsmaßnahmen zur Einhaltung der Energie- und Anlagensicherheit. |
| Relevante Regelwerke/Normen | VDI/BTGA 6044, DIN EN 378-4, BetrSichV §11, ChemKlimaschutzV. |
| Schlüsselelemente | - Betriebsparameter (Druck, Temperatur, Kühlmittelmengen) |
| Verantwortlich | Betreiber / Facility Manager |
| Praxis-Hinweise | Dient als Kontrollinstrument für Prüfstellen und Behörden; Nachweis im Sinne der BetrSichV- und Umweltauflagen erforderlich. |
Erläuterung
Das Betriebsbuch dient der fortlaufenden Dokumentation des Anlagenbetriebs und ist ein verpflichtender Nachweis im laufenden Betrieb von Kälteanlagen. Es enthält alle relevanten Betriebsparameter (Drücke, Temperaturen, Durchfluss- oder Füllmengen) sowie die Erfassung von Wartungs-, Prüf- und Instandhaltungsmaßnahmen. Besonders wichtig sind Einträge zu Leckageprüfungen und Kältemittel-Nachfüllungen nach der F-Gase-Verordnung, um Verluste an Kältemittel umweltgerecht nachzuvollziehen. Gemäß BetrSichV (§11) und einschlägigen Normen (z. B. DIN EN 378-4, VDI/BTGA 6044) muss der Betreiber alle Abweichungen, Störungen oder Änderungen im Anlagenzustand protokollieren. Durch die kontinuierliche Datenerfassung lassen sich Abweichungen vom Sollbetrieb frühzeitig erkennen und Maßnahmen zur Optimierung von Effizienz und Sicherheit einleiten.
Installationsdokumentation – Kälte- und Wärmepumpenanlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Installationsdokumentation – Kälte- und Wärmepumpenanlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der ordnungsgemäßen Installation gemäß den technischen Regeln und Sicherheitsstandards. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2, VDI 6022, BetrSichV, DGUV-V3. |
| Schlüsselelemente | - Rohrleitungsführung, Armaturenkennzeichnung, Schweiß- und Dichtheitsprotokolle |
| Verantwortlich | Facherrichter / Anlagenbauer |
| Praxis-Hinweise | Bestandteil der Technischen Gebäudeakte; Grundlage für spätere Wartungen und Dichtheitsprüfungen. |
Erläuterung
Die Installationsdokumentation wird im Rahmen der Abnahme erstellt und belegt die fachgerechte Errichtung der Anlage. Sie umfasst Installationspläne und Schemazeichnungen, in denen alle Rohrleitungen, Armaturen und Ventile eindeutig gekennzeichnet sind. Außerdem enthält sie Protokolle der Schweiß- und Dichtheitsprüfungen (z. B. nach DIN EN 18379 und DIN EN 378-2) sowie Materialnachweise und Prüfbescheinigungen für verwendete Bauteile (Rohrleitungen, Ventile, Sicherheitsventile etc.). Die nach DIN EN 378-2 geforderte Anlagenkennzeichnung ist ebenfalls Teil dieser Unterlagen, wodurch sichergestellt wird, dass alle Komponenten den technischen Regeln entsprechen. Die Dokumentation dient ferner als dauerhaftes Fundament für künftige Wartungsarbeiten und Folgedichtheitsprüfungen und wird in der technischen Gebäudeakte archiviert.
Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema (R&I)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema (R&I) |
| Zweck & Geltungsbereich | Übersicht über den Aufbau, die Strömungsrichtungen und Steuerlogiken des Kältekreislaufs. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2, DIN EN ISO 10628, VDI 6026-1. |
| Schlüsselelemente | - Darstellung aller Rohrleitungen, Armaturen, Messpunkte und Ventile |
| Verantwortlich | Hersteller / Anlagenbauer / TGA-Planer |
| Praxis-Hinweise | Unerlässlich für Wartung, Leckageprüfung und Störungsanalyse; in der Gebäudeleittechnik zu integrieren. |
Erläuterung
Das Rohrleitungs- und Instrumentenfließschema (R&I-Schema, oft auch als P&ID bezeichnet) ist eine schematische Darstellung aller Rohrleitungen, Armaturen, Ventile sowie Mess-, Steuer- und Regelungseinrichtungen der Anlage. Es veranschaulicht Aufbau und Strömungswege des Kältekreislaufs, einschließlich der Sicherheits- und Steuerkreise. Nach DIN EN 378-2 / ISO 10628 muss es alle Rohrleitungskennungen, Regelkreise und Füll- und Entleerstellen enthalten. Das R&I-Schema bildet den technischen Sollzustand der Anlage ab und ist unerlässlich für Planung, Inbetriebnahme, Wartung und Störungsanalyse. Im laufenden Betrieb hilft es Technikern, Bauteile schnell zu lokalisieren und Fehler systematisch zu finden, und kann in die Gebäudeleittechnik eingebunden werden, um Überwachung und Alarme zu ermöglichen.
Sachkundenachweis – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen (F-Gase)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Sachkundenachweis gemäß ChemKlimaschutzV |
| Zweck & Geltungsbereich | Befähigungsnachweis für Personen, die an Anlagen mit F-Gasen arbeiten, um Emissionen zu vermeiden. |
| Relevante Regelwerke/Normen | ChemKlimaschutzV, EU-Verordnung 2024/573, DIN EN 13313. |
| Schlüsselelemente | - Personendaten und Qualifikationsniveau |
| Verantwortlich | Bildungsanbieter / Schulungsstelle |
| Praxis-Hinweise | Muss bei Behörden und Betreibern hinterlegt werden; Voraussetzung für Arbeiten an kältetechnischen Anlagen. |
Erläuterung
Der Sachkundenachweis gemäß Chemikalien-Klimaschutzverordnung ist der Befähigungsnachweis für Personen, die an Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen arbeiten. Er wird nach Absolvieren eines anerkannten Schulungslehrgangs ausgestellt und dokumentiert, dass der Inhaber über das nötige Fachwissen verfügt, um Leckageprüfungen, Kältemittelrückgewinnung und -entsorgung fachgerecht durchzuführen. Im Sachkundenachweis sind Name, Zertifikatsnummer, vermittelter Lehrgangsinhalte (z. B. Dichtheitsprüfung, Gasrückgewinnung, Entsorgung), Ausstellungsstelle, Ausstellungsdatum und Gültigkeitsdauer vermerkt. Seit 2008 dürfen Installation, Wartung, Instandhaltung oder Stilllegung von F-Gas-Anlagen nur von entsprechend zertifiziertem Personal durchgeführt werden. Betreiber müssen sicherstellen, dass alle betroffenen Mitarbeiter über einen gültigen Sachkundenachweis verfügen; dieser Nachweis ist eine zentrale Voraussetzung zur Minimierung von Emissionen und zur Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.
EU-Zertifikat für natürliche Personen – Handhabung fluorierter Treibhausgase
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | EU-Zertifikat für natürliche Personen (F-Gase) |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der persönlichen Fachkompetenz im Umgang mit fluorierten Treibhausgasen. |
| Relevante Regelwerke/Normen | EU-Verordnung 2024/573, ChemKlimaschutzV. |
| Schlüsselelemente | - Zertifikatsinhaber, Qualifikationsklasse |
| Verantwortlich | Zertifizierungsstelle |
| Praxis-Hinweise | Verpflichtend bei Inbetriebnahme, Wartung und Stilllegung von F-Gasanlagen. |
Erläuterung
Das EU-Zertifikat für natürliche Personen im F-Gas-Bereich konkretisiert die Anforderungen der neuen EU-Verordnung (EU) 2024/573. Es bestätigt offiziell auf europäischer Ebene die persönliche Fachkompetenz im Umgang mit fluorierten Treibhausgasen. Erteilt wird das Zertifikat von einer akkreditierten Stelle und es umfasst Angaben zu Inhaber, Aussteller, Tätigkeitsbereichen (z. B. Installation, Wartung, Entsorgung), Zertifikatsklasse und Gültigkeitsdauer. Nach EU-Recht ist diese Zertifizierung bei der Errichtung, Wartung und Stilllegung jeder F-Gasanlage verpflichtend. Das EU-Zertifikat ergänzt den nationalen Sachkundenachweis und stellt einen einheitlichen Qualifikationsnachweis für Servicetechniker sicher; nur mit einem gültigen Zertifikat dürfen Monteure Kältemittel ein- und ausbauen bzw. handhaben.
Unternehmenszertifikat – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Unternehmenszertifikat (F-Gase) |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis, dass das Unternehmen für Tätigkeiten an F-Gas-Anlagen zugelassen ist. |
| Relevante Regelwerke/Normen | EU-Verordnung 2024/573, ChemKlimaschutzV §5. |
| Schlüsselelemente | - Name, Sitz und Tätigkeitsbereich des Unternehmens |
| Verantwortlich | Zertifizierungsstelle / Unternehmen |
| Praxis-Hinweise | Grundlage für Betriebszulassung und Nachweis gegenüber Behörden (z. B. Umweltamt). |
Erläuterung
Das Unternehmenszertifikat ist ein behördlicher Nachweis, dass ein Betrieb für Tätigkeiten an F-Gas-Anlagen zugelassen ist. Es bestätigt, dass das Unternehmen über qualifiziertes Fachpersonal und die erforderliche technische Ausrüstung verfügt, um Arbeiten wie Installation, Wartung oder Demontage von Kälteanlagen mit fluorierten Kältemitteln durchzuführen. Im Zertifikat sind Name und Sitz des Unternehmens, der Tätigkeitsbereich, die Zertifikatsnummer sowie Ausstellungs- und Ablaufdatum aufgeführt; außerdem werden der Nachweis über Personalqualifikation und Ausstattungsstand dargelegt. Nach EU-Verordnung (EU) 2024/573 und ChemKlimaschutzV (§ 5) dürfen nur zertifizierte Betriebe mit F-Gasen arbeiten. Das Unternehmenszertifikat ist regelmäßig zu erneuern und bei Audits oder behördlichen Kontrollen vorzulegen; es ergänzt die persönlichen Nachweise der Mitarbeiter und bildet damit eine Grundvoraussetzung für die Betriebszulassung aus umweltrechtlicher Sicht.
