Lüftungsanlagen in Großküchen
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Lüftungsanlagen in Großküchen
Lüftungsanlagen in gewerblichen Großküchen haben eine Schlüsselrolle für Hygiene, Arbeitssicherheit und Brandschutz. Sie führen Wärme, Dämpfe, Fettpartikel und Gerüche aus dem Küchenraum ab und gewährleisten so ein sicheres und hygienisches Arbeitsumfeld. Betreiber von Großküchen müssen gemäß den Vorgaben von Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) und Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) dafür sorgen, dass diese technischen Anlagen sicher funktionieren. Entsprechend spezialisierte Regelwerke und Normen – etwa die VDI-Richtlinie 2052 (Küchenlüftung) und die DIN EN 16282 (Anlagen zur Aerosolnachbehandlung) – stellen Anforderungen an Planung, Einbau, Betrieb und Wartung dieser Anlagen. Die in diesem Kapitel aufgelisteten Dokumente bilden das rechtliche und organisatorische Fundament für die regelkonforme Inbetriebnahme, den sicheren Betrieb, die Wartung und die erforderliche Nachweisführung von Küchenlüftungsanlagen. Eine vollständige Dokumentation nach VDI 6026-1 hilft Betreibern, die Einhaltung aller Vorschriften lückenlos nachzuweisen und Risiken zu minimieren.
- Dokumentationsübersicht
- Betriebs- und Bedienungsanleitung
- Montage- und Installationsanleitung
- Wartungsplan
Dokumentationsübersicht
Für den Betrieb von Küchenlüftungsanlagen sind verschiedene Nachweise und Anleitungen erforderlich, die sich an den Vorgaben der VDI 6026-1 orientieren und sowohl für Anlagenbetreiber als auch für Wartungsfirmen und Aufsichtsbehörden von Bedeutung sind. Im Folgenden sind die zentralen Dokumente dargestellt. Die zugehörigen detaillierten Erklärungen (Erläuterungen) erläutern Aufbau und Funktion dieser Unterlagen.
Reinigungsnachweise – Aufzeichnungen über durchgeführte Reinigungen von Küchenabzugshauben
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Reinigungsnachweise – Aufzeichnungen über durchgeführte Reinigungen von Küchenabzugshauben |
| Zweck und Umfang | Nachweis regelmäßiger Reinigung der Abluft- und Fortluftsysteme zur Sicherstellung von Hygiene, Brandschutz und Energieeffizienz. |
| Relevante Vorschriften/Normen | VDI 2052-1 (Küchenlüftung) |
| Schlüsselelemente | • Datum und Art der Reinigung |
| Verantwortlicher | Betreiber / Facility Manager / beauftragter Reinigungsdienst |
| Praktische Hinweise | Wird in der Betriebsdokumentation archiviert und regelmäßig bei Hygiene- und Brandschutzprüfungen vorgelegt; Grundlage für Wartungsplanung und DGUV-Konformität. |
Erläuterung
Reinigungsnachweise sind gesetzlich geforderte Betriebsunterlagen für Großküchenabluftanlagen. Sie dokumentieren alle fachgerechten Reinigungsmaßnahmen, mit denen Fettablagerungen, Ruß und Keime aus Hauben, Kanälen und Ventilatoren entfernt werden. Da Fettablagerungen in den Abluftkanälen das Brandrisiko erheblich erhöhen, schreibt die Unfallverhütung (DGUV) vor, dass Aerosolabscheider (Fettfilter) täglich bis spätestens alle 14 Tage gereinigt und die gesamten Abluftleitungen und Ventilatoren mindestens halbjährlich überprüft und bei Bedarf gereinigt werden. Diese Nachweise dienen als Versicherungsschutz- und Behördennachweis: Nur mit vollständigem Reinigungsprotokoll erfüllen Betreiber die Vorgaben der Gesundheitsämter, Feuerwehren und Versicherungen (siehe VDI 2052-1) und wahren im Schadensfall ihre Haftungsposition. In den Protokollen werden Datum, Reinigungsverfahren, ausführende Firma oder intern verantwortliche Person, sowie festgestellte Mängel und Reparaturhinweise festgehalten. Für die Anlagensicherheit ist wichtig, dass diese Unterlagen dauerhaft archiviert und im Rahmen der Betreiberverantwortung stets verfügbar sind (z. B. digital im CAFM-System).
Betriebs- und Bedienungsanleitung
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Betriebs- und Bedienungsanleitung |
| Zweck und Umfang | Beschreibt Installation, Betrieb, Wartung und Sicherheitsvorkehrungen von Aerosolnachbehandlungssystemen (z. B. UV-, Ozon- oder Plasmamodule). |
| Relevante Vorschriften/Normen | DIN EN 16282-8 (Aerosolbehandlungssysteme in gewerblichen Küchen) |
| Schlüsselelemente | • Beschreibung der Systemfunktion |
| Verantwortlicher | Hersteller / Inverkehrbringer |
| Praktische Hinweise | Muss dauerhaft am Aufstellort oder digital im CAFM-System verfügbar sein; Grundlage für Unterweisung des Küchenpersonals und Wartungsfirmen. |
Erläuterung
Die Betriebs- und Bedienungsanleitung ist eine Pflichtdokumentation des Herstellers oder Lieferanten für alle Aerosolnachbehandlungssysteme (z. B. UV-, Ozon- oder Plasmafilter). Gemäß DIN EN 16282-8 müssen Küchenlüftungsanlagen mit entsprechenden Nachbehandlungsmodulen gemäß den Angaben des Herstellers betrieben werden. Die Anleitung enthält alle notwendigen Informationen zur sicheren Inbetriebnahme und Handhabung des Systems: Sie beschreibt den prinzipiellen Aufbau und die Funktion des Geräts, gibt deutliche Sicherheitshinweise (etwa zur Gefährdung durch UV-C-Licht oder Hochspannung) und legt die in regelmäßigen Abständen durchzuführenden Wartungs- und Reinigungsarbeiten fest. Zusätzlich führt sie den Bedienablauf für das Ein- und Ausschalten sowie für den Notfall herunter, und listet Kontaktdaten für Service und Störfallbeseitigung auf.
Hersteller sind durch die Produktsicherheitsvorschriften (§ 6 ProdSG und EU-Maschinenrichtlinie) verpflichtet, jedes Gerät mit einer ausführlichen Betriebsanleitung in deutscher Sprache auszuliefern. Fehlende oder unzureichende Unterlagen würden nicht nur die CE-Konformität gefährden, sondern erhöhen auch das Risiko von Fehlbedienungen und Brandschäden erheblich. Praxisempfehlung ist daher, dass der Facility Manager die Vollständigkeit dieser Anleitung prüft und sie an zentraler Stelle (am Gerät selbst oder im digitalen Betriebsordner) archiviert. Nur so kann das Küchenpersonal ordnungsgemäß geschult und im Bedarfsfall schnell auf wichtige Sicherheitshinweise zugegriffen werden.
Montage- und Installationsanleitung
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Montage- und Installationsanleitung |
| Zweck und Umfang | Technische Anleitung für die sachgerechte Installation und Inbetriebnahme von Aerosolnachbehandlungssystemen in gewerblichen Küchen. |
| Relevante Vorschriften/Normen | DIN EN 16282-8 (Abschnitt 6.2–6.4) |
| Schlüsselelemente | • Anschlussvoraussetzungen (Luftführung, Stromversorgung, Steuerung) |
| Verantwortlicher | Hersteller (Bereitstellung) / Installationsfirma (Ausführung) |
| Praktische Hinweise | Dient dem Nachweis der fachgerechten Montage; muss vor Inbetriebnahme geprüft und vom Facility Manager abgezeichnet werden. |
Erläuterung
Die Montage- und Installationsanleitung wird in der Regel vom Hersteller bereitgestellt und gibt genau vor, wie die Nachbehandlungsanlage einzubauen ist. Sie enthält Angaben zu den erforderlichen Anschlussbedingungen (z. B. notwendiger Luftvolumenstrom, Elektroinstallation und Steuerungssignalen), zum vorgeschriebenen Montageort samt Halterungen und Sicherheitsabständen sowie zu den Brandschutzauflagen (etwa Mindestabstände zu leicht entflammbaren Materialien).
Besonders wichtig ist das Erstinbetriebnahme-Protokoll: Nach der fachgerechten Montage werden alle Funktionen der Anlage überprüft und das korrekte Zusammenspiel von Abluftventilator und Nachbehandlungssystem dokumentiert. Der Facility Manager muss dieses Protokoll gegengezeichnen. Auf diese Weise wird formal nachgewiesen, dass das System gemäß den technischen Spezifikationen installiert wurde. Spätere Änderungen oder Reparaturen können so leichter nachvollzogen werden. Das Vorhandensein einer vollständigen Montageanleitung ist zudem eine Voraussetzung für Gewährleistungsansprüche und dient als Referenz bei Inspektionen durch Aufsichtsbehörden.
Wartungsplan
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Wartungsplan – Wartungsplan für Küchenklima- und Lüftungsanlagen |
| Zweck und Umfang | Planung und Dokumentation aller Wartungsmaßnahmen zur Sicherstellung eines hygienischen und brandschutzkonformen Anlagenbetriebs. |
| Relevante Vorschriften/Normen | VDI 2052-1 (Küchenlüftung) |
| Schlüsselelemente | • Wartungsintervalle (monatlich, vierteljährlich, jährlich) • Prüfpunkte (Filter, Fettabscheider, Ventilatoren, Kanalzustand) • Verantwortliche Fachfirma • Maßnahmen bei Mängeln • Nachweise durch Unterschrift oder digitales Wartungsprotokoll |
| Verantwortlicher | Betreiber / Facility Manager |
| Praktische Hinweise | Bestandteil der Betreiberpflichten gemäß ArbSchG und BetrSichV; dient als Grundlage für Hygieneaudits und Brandschutzkontrollen. |
Erläuterung
Ein systematischer Wartungsplan ist unerlässlich, um den einwandfreien Betrieb der Küchenlüftungsanlage langfristig sicherzustellen. Gesetzliche Vorgaben (z. B. BetrSichV) verpflichten Betreiber dazu, technische Einrichtungen regelmäßig warten und prüfen zu lassen. Im Wartungsplan wird festgelegt, in welchen Abständen welche Komponenten überprüft werden müssen – beispielsweise Luftfilter monatlich kontrollieren, Fettabscheider vierteljährlich reinigen oder Ventilatoren halbjährlich warten. Dazu gehören auch Punkte wie Prüfung der Kanalreinigungsklappen, Sichtkontrollen auf Verschmutzung und Funktionsprüfungen der Brandschutzklappen.
Verantwortliche Fachfirmen oder interne Serviceteams werden mit klar zugeteilten Aufgaben benannt, und jede durchgeführte Inspektion oder Wartung wird mit Datum und Unterschrift dokumentiert. So kann bei festgestellten Mängeln sofort reagiert werden (z. B. Filtertausch oder Reparatur von Ventilatorlagern). Ein solcher Wartungsplan erfüllt nicht nur fachliche Anforderungen, sondern ist auch Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden: Er ist Teil der Arbeitsschutz- und Brandschutzdokumentation und belegt, dass die Betreiberpflichten gemäß ArbSchG und BetrSichV erfüllt werden. Moderne CAFM-Systeme (Computer-Aided FM) bieten Erinnerungsfunktionen und ermöglichen digitale Protokollierung, was die termingerechte Durchführung und Nachverfolgung deutlich vereinfacht.
