Verdampfer (Flüssigkeit/Kältemittel)
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Verdampfer (Flüssigkeit/Kältemittel)
Dieses Dokumentenverzeichnis beschreibt die im Facility Management erforderlichen technischen, sicherheitstechnischen und betriebsrelevanten Unterlagen für Verdampfer in Flüssigkeits- und Kältemittelsystemen. Ziel ist die Sicherstellung einer rechtskonformen, energieeffizienten und umweltgerechten Betriebsführung von Verdampfern als Bestandteil von Kälte-, Kühl- und Wärmepumpenanlagen. Die hier aufgeführten Dokumente gewährleisten die Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Prüfbarkeit gemäß den Anforderungen der DIN EN 378, der Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV), der EU-Verordnung (EU) 2024/573 über fluorierte Treibhausgase und den DGUV-Vorschriften.
Dokumentation Verdampfer & Kältemittel im RLT-Betrieb
- Betriebsdokumentation
- Systemlogbuch
- Anlagenbetriebstagebuch
- Klimaschutzdokumentation
- Erstleckprüfung
- Arbeitsanweisungen
- Verdampfer
- Betriebsjournal
- Installationsdokumentation
- Instrumentenfließbild
- Fachkundenachweise
- Natürliche Personen
- Zertifikat für Unternehmen
Anlageninformationen vor Ort
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Anlageninformationen gemäß DIN EN 378-2 |
| Zweck & Geltungsbereich | Bereitstellung von sicherheitsrelevanten Informationen am Standort der Verdampferanlage zur Risikominimierung bei Betrieb und Wartung. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2 |
| Schlüsselelemente | • Kennzeichnung der Anlage (Hersteller, Seriennummer, Baujahr) |
| Verantwortlich | Hersteller / Errichter |
| Praxis-Hinweise | Muss dauerhaft am Standort zugänglich sein. Dient im FM als Grundlage für Sicherheitsunterweisungen und technische Kontrollen. |
Erläuterung
Diese Informationen sind nach DIN EN 378-2 vorgeschrieben und gewährleisten die Sicherheit sowie die Rückverfolgbarkeit bei Betrieb und Instandhaltung der Anlage. Durch die Vor-Ort-Kennzeichnung aller wichtigen Kenndaten und Sicherheitshinweise können Wartungsteams und Notdienstpersonal im Ernstfall sofort auf relevante Fakten (z. B. Kältemitteltyp, Füllmenge, Abschaltvorrichtungen) zugreifen. Damit wird das Risiko von Fehlbedienungen oder Verzögerungen im Notfall minimiert. Im Facility Management dienen die Anlageninformationen vor Ort außerdem als Grundlage für Gefährdungsbeurteilungen und unterstützen die Planung von Notfallmaßnahmen sowie die Schulung des Betriebspersonals.
Systemlogbuch
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Systemlogbuch für Kälte- und Wärmepumpenanlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Laufende Erfassung von Betriebsdaten, Wartungen, Prüfungen und Störungen der Verdampferanlage. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2, DIN EN 378-4 |
| Schlüsselelemente | • Betriebsstunden und Schaltzyklen |
| Verantwortlich | Installateur / Betreiber |
| Praxis-Hinweise | Bestandteil der Betreiberpflichten. Im FM verwendet zur Analyse von Effizienz und Ausfallzeiten. |
Erläuterung
Das Systemlogbuch dient der lückenlosen Dokumentation aller relevanten Vorgänge im Anlagenbetrieb und erfüllt die Anforderungen der DIN EN 378-4 hinsichtlich Betriebsdokumentation. Darin werden Betriebsparameter (z. B. Betriebsstunden, Schaltzyklen) ebenso festgehalten wie durchgeführte Wartungen, Prüftermine und aufgetretene Störfälle. Dadurch entsteht ein umfassendes Verlaufsprotokoll, das sowohl für die Fehleranalyse bei Störungen als auch für die Optimierung des Anlagenbetriebs herangezogen werden kann. Im Facility Management ist das Systemlogbuch essenziell für interne und externe Audits, das Energiecontrolling (z. B. zur Effizienzüberwachung) und die langfristige Wartungsplanung auf Basis der realen Betriebsdaten.
Anlagenbetriebstagebuch
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Anlagenbetriebstagebuch für Kalt-/Kühlwasserkreisläufe |
| Zweck & Geltungsbereich | Fortlaufende Dokumentation von Betriebs- und Wasserqualitätsdaten in Verdampfersystemen. |
| Relevante Regelwerke/Normen | VDI/BTGA 6044 |
| Schlüsselelemente | • Temperatur-, Leitfähigkeits- und pH-Werte • Inhibitor- und Biozidbehandlung • Wartungs- und Inspektionsintervalle • Auffälligkeiten und Störungsberichte |
| Verantwortlich | Betreiber |
| Praxis-Hinweise | Pflichtbestandteil für FM-Qualitätsmanagementsysteme und Behördennachweise (z. B. Gesundheitsamt, TÜV). |
Erläuterung
Das Betriebstagebuch nach VDI/BTGA 6044 dokumentiert die laufende Überwachung und Qualitätssicherung der Kalt- bzw. Kühlwasserkreisläufe. Es enthält regelmäßige Aufzeichnungen der Wasserparameter (z. B. Temperatur, Leitfähigkeit, pH-Wert) sowie der durchgeführten Wasserbehandlungsmaßnahmen (wie Inhibitorenzugaben oder Biozidbehandlungen). Durch die kontinuierliche Dokumentation können Abweichungen in der Wasserqualität frühzeitig erkannt und behoben werden, um Korrosion, Verkalkung oder mikrobiologisches Wachstum im Verdampfersystem zu verhindern. Im Facility Management wird das Betriebstagebuch zur Energieoptimierung (saubere Wärmetauscher für einen effizienten Betrieb), zur Risikoüberwachung (Vermeidung von Anlagenausfällen durch Wasserschäden) und zur Hygienenachweisführung gegenüber Aufsichtsbehörden (z. B. Gesundheitsamt oder TÜV) eingesetzt.
Nachweisaufzeichnungen – Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Aufzeichnungen nach ChemKlimaschutzV und EU-Verordnung 2024/573 |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis über die Verwendung, Befüllung, Wartung und Entsorgung von fluorierten Treibhausgasen. |
| Relevante Regelwerke/Normen | VO (EG) Nr. 1516/2007, VO (EG) Nr. 1497/2007, ChemKlimaschutzV, EU-Verordnung 2024/573, DIN EN 378-4 |
| Schlüsselelemente | • F-Gas-Typ, Füllmenge, Seriennummer der Anlage |
| Verantwortlich | Betreiber / Fachfirma mit F-Gas-Zertifizierung |
| Praxis-Hinweise | Muss mindestens 5 Jahre aufbewahrt werden. Im FM Teil der Umweltmanagement-Dokumentation (ISO 14001 / EMAS). |
Erläuterung
Diese Aufzeichnungen belegen die gesetzeskonforme Handhabung von fluorierten Treibhausgasen gemäß EU- und nationalem Umweltrecht. In ihnen wird detailliert festgehalten, wann und durch wen Kältemittel eingefüllt, nachgefüllt oder zurückgewonnen wurden – einschließlich Angaben zum Kältemitteltyp, der Menge und den Zertifizierungen des Fachpersonals. Ebenfalls dokumentiert werden die Intervalle und Ergebnisse der vorgeschriebenen Dichtheitsprüfungen sowie Maßnahmen bei festgestellten Leckagen. Der Betreiber ist verpflichtet, diese Nachweise mindestens 5 Jahre aufzubewahren und auf Verlangen der Behörde vorzulegen. Im Facility Management gehören die F-Gas-Nachweisaufzeichnungen zur Umweltmanagement-Dokumentation (z. B. im Rahmen von ISO 14001 oder EMAS) und dienen der Vorbereitung auf Behördenprüfungen sowie der Absicherung gegen Umwelthaftungsrisiken.
Prüfbescheinigung – Erstleckprüfung (Dichtheitsprüfung)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Prüfbescheinigung zur Erstleckprüfung (Dichtheitsprüfung) |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Dichtheit von Rohrsystemen und Verdampferkomponenten vor Inbetriebnahme. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN 18379 (VOB/C ATV) |
| Schlüsselelemente | • Prüfdruck, Prüfgas, Prüfdauer |
| Verantwortlich | Errichter / Fachfirma für Kältetechnik |
| Praxis-Hinweise | Bestandteil der Abnahme- und Gewährleistungsunterlagen. Im FM als technischer Nachweis für Inbetriebnahmeprüfungen notwendig. |
Erläuterung
Die Erstleckprüfung (Erstdichtheitsprüfung) ist ein verpflichtender Nachweis gemäß DIN 18379, der vor der Inbetriebnahme der Anlage durchgeführt wird. Dabei wird das Leitungssystem des Verdampfers mit einem Prüfgas (in der Regel ein inertes Gas, z. B. Stickstoff oder Formiergas) unter definiertem Druck getestet, um sicherzustellen, dass keine Leckagen vorhanden sind. Das Ergebnis wird in einer Prüfbescheinigung festgehalten, die Datum, Prüfdruck, Prüfdauer, das verwendete Gas sowie den verantwortlichen Prüfer und dessen Bewertung der Dichtheit enthält. Diese Bescheinigung ist Bestandteil der Abnahmeunterlagen und dokumentiert die technische Integrität der Anlage ab Inbetriebnahme. Im Facility Management wird die Prüfbescheinigung der Erstleckprüfung als Grundlage für Wartungsverträge und Garantieansprüche hinterlegt, da sie den ordnungsgemäßen Zustand bei Übergabe belegt. Sie dient zudem bei Umwelt- und Sicherheitsüberprüfungen als Nachweis, dass zu Betriebsbeginn keine Kältemittel entweichen konnten.
Betriebsanweisung – Kälteanlagen, Wärmepumpen und Kühlgeräte
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Betriebsanweisung für Kälte-, Kühl- und Wärmepumpenanlagen |
| Zweck & Geltungsbereich | Gewährleistung des sicheren Betriebs durch Unterweisung der Beschäftigten gemäß Arbeitsschutzrecht. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DGUV-I 211-010, DGUV-R 100-500, BetrSichV |
| Schlüsselelemente | • Gefährdungsanalyse (Druck, Temperatur, Kältemittel) |
| Verantwortlich | Arbeitgeber / Betreiber |
| Praxis-Hinweise | Bestandteil der Gefährdungsbeurteilung (§ 5 ArbSchG). Im FM zur Schulung und Auditierung des Betriebspersonals. |
Erläuterung
Die Betriebsanweisung gewährleistet einen sicheren und rechtskonformen Anlagenbetrieb, indem sie klare Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen für alle Beschäftigten vorgibt, die an der Kälteanlage arbeiten. Sie wird gemäß Arbeitsschutzvorschriften (u. a. DGUV Regel 100-500, BetrSichV, ArbSchG) erstellt und beinhaltet eine spezifische Gefährdungsanalyse für den Umgang mit dem Verdampfer und seinem Kältemittel. Darin werden die möglichen Gefahren (z. B. hoher Druck, extreme Kälte, austretendes Kältemittel) und entsprechende Schutzmaßnahmen beschrieben – etwa die erforderliche PSA (Persönliche Schutzausrüstung), Verhaltensregeln bei Leckagen oder Verfahren für Notabschaltungen. Die Betriebsanweisung muss den Mitarbeitern in verständlicher Form zugänglich gemacht werden und ist regelmäßig im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu überprüfen und zu aktualisieren. Im Facility Management ist sie ein zentrales Dokument der Arbeitsschutzorganisation und dient sowohl der Unterweisung des Betriebspersonals als auch der Auditierung durch Aufsichtsbehörden oder Berufsgenossenschaften.
Betriebsanleitung – Verdampfer (nach DIN EN 378-3)
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Betriebsanleitung (Hersteller) |
| Zweck & Geltungsbereich | Technische und sicherheitsrelevante Informationen für Betrieb, Instandhaltung und Stilllegung. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-3 |
| Schlüsselelemente | • Aufbau und Funktion des Verdampfers |
| Verantwortlich | Hersteller / Errichter |
| Praxis-Hinweise | Bestandteil der Übergabedokumentation. Im FM verwendet für Wartungsplanung und Sicherheitsprüfungen. |
Erläuterung
Die Betriebsanleitung des Verdampfers ist ein verpflichtendes Sicherheits- und Betriebshandbuch, das vom Hersteller gemäß DIN EN 378-3 (sowie den Vorgaben der Maschinenrichtlinie) bereitgestellt wird. Dieses Dokument enthält alle notwendigen technischen und sicherheitsrelevanten Informationen für Betrieb, Instandhaltung und Außerbetriebnahme des Verdampfers. Dazu zählen detaillierte Beschreibungen des Aufbaus und der Funktion, die Grenzwerte für Betriebsparameter (z. B. maximal zulässiger Druck, Temperatur), und empfohlene Wartungsintervalle für wesentliche Komponenten (wie Filter, Ventile oder Dichtungen). Ebenso werden notwendige Sicherheitsvorkehrungen beschrieben, etwa Vorgehensweisen bei Kältemittelleckagen oder bei Notabschaltungen. Die Betriebsanleitung muss dem Betreiber bei Übergabe der Anlage ausgehändigt werden und bildet die Grundlage dafür, dass Wartungs- und Betriebsarbeiten stets nach den Vorgaben des Herstellers erfolgen. Im Facility Management unterstützt die Hersteller-Betriebsanleitung die Betriebsführung, indem sie klare Vorgaben für einen effizienten und sicheren Betrieb liefert. Sie ist darüber hinaus wichtig für Energieoptimierungsmaßnahmen (z. B. optimales Einstellen von Betriebsparametern) und dient als Nachweis gegenüber Prüforganisationen, dass Inspektionen und Wartungen gemäß den Herstellerempfehlungen durchgeführt wurden.
Betriebs- und Nachweisunterlagen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Betriebsjournal |
| Zweck & Geltungsbereich | Erfassung der Betriebsdaten, Inspektionen, Wasserparameter und Instandhaltungsmaßnahmen der Verdampferanlage. |
| Relevante Regelwerke/Normen | VDI/BTGA 6044 |
| Schlüsselelemente | • Temperatur, Durchfluss, Druckverhältnisse |
| Verantwortlich | Betreiber / verantwortliche Person Kälteanlage |
| Praxis-Hinweise | Dient als Nachweis im Rahmen der Betreiberpflichten nach 42. BImSchV und zur Dokumentation von Wartungsintervallen gemäß VDI 6022. |
Erläuterung
Das Betriebsjournal ist ein zentrales Instrument der Betriebsüberwachung für Verdampfer- und Kühlwasserkreisläufe. Hier werden alle relevanten Betriebsdaten wie Temperaturen, Drücke, Volumenströme sowie die Ergebnisse von Inspektionen und Wasseranalysen lückenlos festgehalten. Insbesondere Nachweise über Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen (z. B. bei Kühltürmen oder Verdunstungskühlanlagen) und die Wasserqualität (etwa pH-Wert, Leitfähigkeit, Biozidgehalt) sind essenziell, um hygienisch einwandfreie Betriebsbedingungen sicherzustellen.
Alle Wartungsarbeiten und Prüfungen – etwa turnusmäßige Kontrollen nach 42. BImSchV (Verordnung über Verdunstungskühlanlagen) oder gemäß VDI 6022 (Hygieneinspektionen) – werden mit Datum und Unterschrift der verantwortlichen Fachkraft im Betriebsjournal dokumentiert. Dies dient dem Betreiber als rechtlicher Nachweis gegenüber Aufsichtsbehörden, dass er seine Sorgfaltspflichten erfüllt und regelmäßige Überwachungen durchführt. Im Störungsfall oder bei Auffälligkeiten (z. B. verschlechterte Kühlleistung, Hinweis auf Legionellenbefall) ermöglicht das lückenlose Journal zudem eine schnelle Ursachenermittlung. Für den Facility Manager ist das Betriebsjournal somit unentbehrlich, um den sicheren, hygienischen und effizienten Betrieb der Kälteanlage fortlaufend zu überwachen und gegenüber Dritten belegen zu können. Fehlende oder unvollständige Aufzeichnungen können als Verstoß gegen Betreiberpflichten gewertet werden. Daher muss das Betriebsjournal sorgfältig geführt und mindestens fünf Jahre aufbewahrt werden (Aufbewahrungsfrist gemäß 42. BImSchV).
Installationsdokumentation – Kälteanlagen und Wärmepumpen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Installationsdokumentation |
| Zweck & Geltungsbereich | Detaillierte Dokumentation der Montage, Komponenten und Leitungsführung der Verdampferanlage. |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2 |
| Schlüsselelemente | • Installationszeichnungen und Aufstellungsorte |
| Verantwortlich | Errichter / Fachbetrieb für Kälte- und Wärmepumpentechnik |
| Praxis-Hinweise | Bestandteil der Übergabedokumentation; dient der Wartungsplanung, Inspektion und Gewährleistungsnachverfolgung. |
Erläuterung
Die Installationsdokumentation bildet die Grundlage für die technische Nachvollziehbarkeit der Kälte- oder Wärmepumpenanlage über ihren gesamten Lebenszyklus. Sie enthält sämtliche Unterlagen zur Montage und Inbetriebnahme des Verdampfers und der zugehörigen Komponenten. Dazu gehören Aufstellungspläne und Rohrleitungspläne, in denen verzeichnet ist, wo jede Komponente installiert ist und wie die Verrohrung verläuft. Ebenso werden alle verbauten Armaturen, Ventile und Rohrleitungsverbindungen dokumentiert, was im Wartungsfall eine schnelle Identifikation der Bauteile ermöglicht.
Wichtige Inhalte sind außerdem die Typenschilder und Seriennummern aller Hauptkomponenten (Verdampfer, Verdichter, Pumpen etc.), um Ersatzteile eindeutig zuordnen und beim Hersteller anfragen zu können. Nach DIN EN 378-2 muss auch die Durchführung der Druckprüfung und Dichtheitsprüfung vor Inbetriebnahme belegt werden – entsprechende Prüfprotokolle sowie Angaben zu Sicherheitsventilen (Einstelldruck, Abblasleitung) sind Teil der Dokumentation. Im Facility Management hilft diese Installationsdokumentation, Wartungen effizient zu planen (z. B. indem Wartungsintervalle für bestimmte Komponenten bekannt sind) und Prüfungen durch Sachverständige vorzubereiten. Sie ist zudem im Falle von Störungen oder Garantiefällen wichtig, da sie dem Betreiber und Servicepersonal erlaubt, Aufbau und Historie der Anlage lückenlos nachzuvollziehen. Änderungen oder Erweiterungen an der Anlage werden ebenfalls in der Dokumentation vermerkt, sodass immer der aktuelle Anlagenzustand abgebildet ist. Insgesamt stellt die Installationsdokumentation sicher, dass Reparaturen, Instandsetzungen und Modernisierungen zielgerichtet und auf Basis vollständiger Informationen erfolgen können.
Rohrleitungs- und Instrumentenfließbild (R&I) – Kälteanlagen und Wärmepumpen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | R&I-Fließbild |
| Zweck & Geltungsbereich | Darstellung der funktionalen Zusammenhänge zwischen den Komponenten (Verdampfer, Verdichter, Kondensator, Expansionsventil). |
| Relevante Regelwerke/Normen | DIN EN 378-2 |
| Schlüsselelemente | • Kennzeichnung der Mess-, Regel- und Sicherheitseinrichtungen |
| Verantwortlich | Hersteller oder Errichter |
| Praxis-Hinweise | Grundlage für Betrieb, Wartung und Fehlersuche. Bestandteil der Planungs- und Betriebsdokumentation. |
Erläuterung
Das Rohrleitungs- und Instrumentenfließbild (R&I-Fließbild) ist ein schematischer Gesamtplan der Kälteanlage und zeigt alle Komponenten und deren Verbindungen in übersichtlicher Form. Im R&I sind die Kältemittelkreisläufe vom Verdampfer über den Verdichter und Kondensator bis zum Expansionsventil mit ihren Strömungsrichtungen klar dargestellt. Ebenso werden sämtliche Messstellen (Temperaturfühler, Drucksensoren), Regler, Ventile sowie Sicherheitseinrichtungen (z. B. Druckschalter, Sicherheitsventile) mit standardisierten Symbolen und Kennzeichnungen vermerkt. Dadurch erkennt man auf einen Blick, welche Anlagenteile miteinander verbunden sind und wie das System im Detail arbeitet.
Für den Betrieb und die Instandhaltung ist das R&I-Fließbild unverzichtbar: Es dient dem Wartungspersonal und dem Facility Manager als Orientierungs- und Diagnosewerkzeug. Bei Störmeldungen oder Abweichungen kann anhand des Fließbilds rasch ermittelt werden, welche Komponenten betroffen sind und wo Messpunkte zur Überprüfung liegen. Auch die Gefährdungsbeurteilung und das Sicherstellen der Anlagensicherheit bauen auf den Informationen des R&I auf – zum Beispiel lassen sich Druckbereiche und Entlastungswege der Sicherheitsventile daraus entnehmen. Als Teil der technischen Anlagendokumentation nach DIN EN 378-2 ist ein aktuelles R&I-Fließbild außerdem Voraussetzung für Abnahmen und behördliche Prüfungen. Änderungen an der Anlage (z. B. Umbauten oder Nachrüstungen) müssen im Fließbild nachgetragen werden, damit es stets den tatsächlichen Anlagenzustand widerspiegelt. Insgesamt ermöglicht das R&I-Fließbild einen effizienten Informationsaustausch zwischen Planung, Betrieb und Wartung und gewährleistet, dass die Anlage sicher, regelkonform und optimal gewartet betrieben werden kann.
Sachkundenachweis – Systeme mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Sachkundenachweis gemäß ChemKlimaschutzV |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis der Qualifikation von Personen, die an Anlagen mit fluorierten Kältemitteln arbeiten. |
| Relevante Regelwerke/Normen | ChemKlimaschutzV |
| Schlüsselelemente | • Name der Fachkraft, Ausbildungsstätte |
| Verantwortlich | Schulungsträger / Ausbildungsstätte |
| Praxis-Hinweise | Voraussetzung für Arbeiten an Kälteanlagen nach §5 ChemKlimaschutzV. Kopien müssen in der Betriebsakte hinterlegt sein. |
Erläuterung
Der Sachkundenachweis ist der Qualifikationsnachweis für Personal, das mit fluorierten Treibhausgasen (Kältemitteln) umgeht. Er bestätigt, dass die betreffende Person über die vorgeschriebene fachliche Sachkunde verfügt, um Tätigkeiten wie Installation, Wartung, Dichtheitskontrolle oder Rückgewinnung von Kältemitteln sachgerecht und umweltverträglich durchzuführen. Rechtlich vorgeschrieben ist dieser Nachweis in Deutschland durch §5 der Chemikalien-Klimaschutzverordnung (ChemKlimaschutzV), welche die europäische F-Gas-Regelung in nationales Recht umsetzt.
Um einen Sachkundenachweis zu erlangen, muss die Person eine anerkannte Schulung mit Prüfung absolvieren. Dabei werden alle relevanten Kenntnisse vermittelt – von den physikalischen Grundlagen der Kältetechnik über Umwelt- und Klimaschutzvorschriften bis hin zur praxisgerechten Durchführung von Wartung und Leckagekontrolle. Es gibt unterschiedliche Zertifikatskategorien (I–IV), die den Einsatzbereich und die zulässige Kältemittelmenge definieren (z. B. berechtigt Kategorie I zur Arbeit an Anlagen beliebiger Größe, während niedrigere Kategorien auf kleinere Füllmengen begrenzt sind oder nur Teiltätigkeiten wie Rückgewinnung erlauben). Der ausgestellte Sachkundenachweis – oft in Form einer Urkunde oder Karte – enthält den Namen der Fachkraft, das Ausstellungsdatum, die Zertifikatsnummer sowie die Qualifikationsstufe und Tätigkeitsbereiche.
Im Kontext des Facility Managements ist sicherzustellen, dass nur Personal mit gültigem Sachkundenachweis an Kälte- und Klimaanlagen mit fluorierten Kältemitteln arbeitet. Der Sachkundenachweis muss daher vor Arbeitsbeginn geprüft und eine Kopie in der Anlagendokumentation bzw. Betriebsakte abgelegt werden. Dies gewährleistet Rechtskonformität und Sicherheit: Unqualifizierte Eingriffe an Kälteanlagen sind nicht nur gesetzeswidrig, sondern bergen auch erhebliche Umwelt- und Unfallrisiken. Der Sachkundenachweis dokumentiert die persönliche Fachkompetenz und bildet damit eine wesentliche Grundlage für einen qualitätsgesicherten und umweltgerechten Betrieb von Kälte- und Wärmepumpenanlagen.
Zertifikat für natürliche Personen – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Zertifikat für natürliche Personen |
| Zweck & Geltungsbereich | Bestätigung der EU-konformen Fachqualifikation für die Durchführung von Arbeiten an F-Gas-Anlagen. |
| Relevante Regelwerke/Normen | Regulation (EU) 2024/573 |
| Schlüsselelemente | • Personendaten, Zertifikatsnummer |
| Verantwortlich | Zertifizierungsstelle |
| Praxis-Hinweise | Bestandteil der Betreiberakte; Vorlagepflicht bei Behörden- oder Umweltaudits. |
Erläuterung
Das Zertifikat für natürliche Personen ist der formale Qualifikationsnachweis nach EU-Recht und belegt, dass eine Person gemäß der aktuellen EU-Verordnung 2024/573 (F-Gase-Verordnung) geschult und befähigt ist, an Kälte-, Klima- und Wärmepumpenanlagen mit fluorierten Treibhausgasen zu arbeiten. Dieses Zertifikat wird in allen EU-Mitgliedstaaten gegenseitig anerkannt und standardisiert die Fachqualifikation europaweit. Es enthält neben den Personalien und einer eindeutigen Zertifikatsnummer auch Angaben zum Geltungsumfang (z. B. ob die Person Anlagen installieren, warten und Leckageprüfungen durchführen darf) sowie zur Gültigkeitsdauer. In der Regel ist das Personen-Zertifikat unbefristet gültig, doch schreibt die neue EU-Verordnung regelmäßige Auffrischungsschulungen vor (spätestens alle sieben Jahre), um den Wissensstand aktuell zu halten. Das Ausstellungsdokument nennt auch die zertifizierende Stelle (etwa eine Handwerkskammer oder TÜV) und verweist auf die absolvierte Schulung bzw. Prüfung.
Für das Facility Management bedeutet dies, dass Kopien dieser Personen-Zertifikate systematisch in der Betriebsdokumentation hinterlegt und auf dem aktuellen Stand gehalten werden müssen. Bei Behördenkontrollen oder Audits (z. B. im Rahmen von Umweltmanagement nach ISO 14001 oder internen Compliance-Prüfungen) müssen diese Nachweise auf Verlangen vorgelegt werden können. Das Personen-Zertifikat schafft Rechtssicherheit, da es belegt, dass das eingesetzte Personal die strengen EU-Vorgaben erfüllt und fachlich geeignet ist. Zudem unterstreicht es die Verantwortung des Betreibers, nur qualifizierte Fachkräfte zu beschäftigen. Durch die Integration der Zertifikatsverwaltung in das FM-System (etwa mit Erinnerungen an Auffrischungstermine) wird sichergestellt, dass kein Zertifikat abläuft und stets genügend zertifizierte Techniker verfügbar sind. Insgesamt ist das Personen-Zertifikat ein essentieller Baustein der Betriebsgenehmigung und Haftungsabsicherung im Umgang mit klimaschädlichen Kältemitteln.
Zertifikat für Unternehmen – Umgang mit fluorierten Treibhausgasen
| Feld | Inhalt |
|---|---|
| Dokumenttitel/-typ | Unternehmenszertifikat (F-Gase) |
| Zweck & Geltungsbereich | Nachweis, dass das Unternehmen gemäß EU-Recht zertifiziert ist, Tätigkeiten an F-Gas-Anlagen durchzuführen. |
| Relevante Regelwerke/Normen | Regulation (EU) 2024/573 |
| Schlüsselelemente | • Unternehmensdaten und Zulassungsnummer |
| Verantwortlich | Zertifizierungsstelle / Unternehmen |
| Praxis-Hinweise | Muss im Rahmen der Betriebsprüfung vorgelegt werden. Bestandteil der Umwelt- und Qualitätsmanagementunterlagen. |
Erläuterung
Das Unternehmenszertifikat bestätigt die betrieblich-organisatorische Befähigung eines Fachbetriebs, mit fluorierten Treibhausgasen umzugehen, und ist gemäß EU-Verordnung 2024/573 für alle Unternehmen vorgeschrieben, die Kälteanlagen installieren, warten oder entsorgen. Dieses Zertifikat wird von einer akkreditierten Zertifizierungsstelle (z. B. Handwerkskammer, TÜV oder Innungsverband) ausgestellt, nachdem das Unternehmen nachgewiesen hat, dass es über mindestens eine entsprechend zertifizierte Fachkraft (Personenzertifikat Kategorie I) sowie die erforderlichen Werkzeuge und Ausrüstungen verfügt. Im Zertifikat sind der Name und Anschrift des Unternehmens, eine einmalige Registrierungsnummer, der genehmigte Tätigkeitsumfang (etwa Installation, Wartung, Rückgewinnung von Kältemitteln) und die Gültigkeitsdauer vermerkt. Typischerweise ist ein Unternehmenszertifikat fünf Jahre gültig und muss danach durch eine Folgeprüfung verlängert werden.
Für den Betrieb einer Kälte- oder Klimaanlage bedeutet dies, dass man nur zertifizierte Fachfirmen mit Arbeiten beauftragen darf. Im Facility Management ist das Unternehmenszertifikat daher ein zentrales Kriterium bei der Vergabe von Wartungs- und Serviceverträgen: Der FM muss vor Auftragserteilung prüfen und dokumentieren, dass der Dienstleister ein gültiges F-Gas-Unternehmenszertifikat besitzt. Bei Audits, behördlichen Inspektionen oder Ausschreibungen muss das Unternehmen bzw. der Betreiber dieses Zertifikat vorweisen können, da es die Einhaltung der gesetzlichen Umweltvorschriften durch den eingesetzten Dienstleister belegt. Verfügt ein Unternehmen nicht über ein solches Zertifikat, dürfen keine Arbeiten an F-Gasanlagen durchgeführt werden – ein Verstoß hätte empfindliche rechtliche Konsequenzen, bis hin zu Bußgeldern oder dem Entzug der Betriebserlaubnis. Das Unternehmenszertifikat wird im Rahmen des Qualitäts- und Umweltmanagements (z. B. nach ISO 9001/14001) typischerweise in der Dokumentation hinterlegt. Auch im CAFM-System kann es als Datensatz angelegt werden, um z. B. an den Ablauf der Gültigkeit zu erinnern. Insgesamt gewährleistet das Unternehmenszertifikat, dass kompetente und autorisierte Unternehmen mit den klimaschutzrelevanten Arbeiten betraut werden, und es schafft Vertrauen in einen rechtskonformen und sicheren Anlagenbetrieb.
