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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Raumluftsysteme im Gebäudebetrieb strukturiert steuern

Facility Management: Raumlufttechnische Anlagen » Anforderungen » Bau + Instandhaltung » Klimaanlagen

Klimaanlagen im Facility Management mit Wartung Instandhaltung und Sicherstellung der Raumluftqualität

Raumluftsysteme im Gebäudebetrieb effizient steuern

Raumluftsysteme im Gebäudebetrieb umfassen Klimaanlagen und Lüftungssysteme zur Sicherstellung von Luftqualität, Temperatur und Feuchtigkeit. Sie regulieren die Raumluft unabhängig von äußeren Einflüssen und tragen zur Funktionalität von Gebäuden bei. Durch strukturierte Steuerung, regelmäßige Wartung und technische Überwachung werden Energieeffizienz, Betriebssicherheit und Nutzerkomfort gewährleistet. Die Integration in das Facility Management unterstützt eine nachhaltige und wirtschaftliche Gebäudenutzung.

Vollklimaanlagen nach KG 433 effizient umsetzen

Lüftung und Regelung

  • Abluft-, Zuluft- oder kombinierte Zu-/Abluftsysteme

  • Mit oder ohne thermische Behandlungsstufe (Heizregister, Kühlregister, Befeuchter, Entfeuchter)

  • Dauerläufer (kontinuierlicher Betrieb) können bei der Auslegung der Zuluft-/Abluftvolumenströme in der Gesamtbilanz subtrahiert werden.

  • Schalt-/regelbare Anlagen sind durch entsprechende Regelstrategien (z. B. bedarfsgerechte Abluftanpassung) in das Gesamtkonzept zu integrieren.

Variabler Betrieb und Bedarfslüftung

  • VAV-Systeme (Variable Air Volume) zur flexiblen Anpassung des Luftstroms an den aktuellen Bedarf (CO₂-, Feuchte- oder Präsenzabhängigkeit).

  • Bei schwankenden Abluftvolumenströmen kann eine Zuluftmengenerhöhung erforderlich sein, um den Druckhaushalt stabil zu halten.

  • Freie Kühlung („Free Cooling“) durch vermehrte Außenluftzufuhr bei günstigen Außentemperaturen.

Havarie-Abluft-Anlagen

  • Für Notfälle (z. B. Brand, Gefahrstoffaustritt) sind Havarie-Abluftsysteme vorzusehen, die große Luftmengen schnell abführen können.

  • Dazu gehört eine sichere Nachströmung von Zuluft (Innenraumluftvorrang oder Außenluft), eine dichte Absperrung (Brandschutzklappen) sowie schallgedämmte Konstruktionen.

Integration zusätzlicher RLT-Anlagen

  • Werden nach der Energiekonzeption oder besonderen Nutzungsanforderungen (z. B. Reinraumbereiche, Labore, Hygienezonen) weitere Anlagen erforderlich, sind diese in das Gesamtsystem einzubinden.

  • Wärmerückgewinnung, Zonenregelung und Überwachungsfunktionen müssen ganzheitlich aufeinander abgestimmt werden.

Normen, Richtlinien und rechtliche Vorgaben

  • VDI 6022 (Hygieneanforderungen an RLT-Anlagen)

  • VDI 3803 / DIN EN 16798 (Auslegung von RLT-Anlagen, Energieeffizienz)

  • DIN EN 13779, DIN EN 13053 (Bewertung, Planung und Betrieb von Lüftungs- und Klimageräten)

  • GEG (Gebäudeenergiegesetz) – ehemals EnEV: Anforderungen an die Energieeffizienz

  • VDMA 24186-3 (Leistungsprogramm TGA, Raumlufttechnik)

  • F-Gase-Verordnung (EU) 517/2014 bei Anlagen mit fluorierten Kältemitteln

  • Brand- und Rauchschutz nach Landesbauordnungen, MLAR / LAR, DIN 18017 etc.

Klimazentralgeräte (Vollklimaanlagen):

  • Filterstufen (Vor-, Fein-, ggf. Aktivkohle-, HEPA-Filter)

  • Wärmetauscher für Heizung (Warmwasserregister / Wärmepumpe / Direktverdampfer)

  • Kühlregister (Kaltwasser / Direktverdampfer)

  • Befeuchter / Entfeuchter (Dampf-/Sprühbefeuchter, Sorptionsentfeuchter)

  • Wärmerückgewinnung (Kreuzstrom-Plattenwärmetauscher, Rotationswärmetauscher etc.)

  • Ventilatoren mit bedarfsgerechter Drehzahlregelung (EC-Technik)

Kanalsystem und Luftdurchlässe:

  • Material und Dichtheitsklasse (z. B. nach DIN EN 1507 / DIN EN 12237)

  • Wärme- und Schalldämmung, Revisionsöffnungen (VDI 6022)

  • Luftauslässe (Drallauslässe, Schlitzauslässe, Bodenauslässe) und Armaturen (Brandschutzklappen, VAV-Regler)

MSR-Technik (Mess-, Steuer- und Regelungstechnik)

  • Sensorik (Temperatur, Feuchte, CO₂, VOC) zur bedarfsgerechten Regelung

  • Gebäudeleittechnik (GLT)-Einbindung, Automationsprotokolle (BACnet, KNX, LON)

  • Software-Algorithmen für energieoptimierten Betrieb (z. B. Nachtlüftung)

Strom- und Energieversorgung

  • Leistungsauslegung für Ventilatoren, Kühl- und Heizregister (Elektroheizregister)

  • Notstromkonzepte bei Havarie-Anlagen und sicherheitstechnisch relevanten Systemen

  • Energiecontrolling zur Überwachung und Optimierung der Betriebskosten

Montage und Erstprüfung

  • Ausführung nach Hersteller- und Planervorgaben, Prüfung der Dichtheit, Funktionskontrolle der einzelnen Komponenten

Einregulierung und Protokollierung

  • Messung und Einregulierung der Volumenströme, Filterwiderstände, Druckverluste

  • Abgleich der Regelstrecken (Temperatur-, Feuchte-, Druckregelung)

Dokumentation

  • Erstellung von Einregulierprotokollen, Lüftungshygiene-Bescheinigungen gemäß VDI 6022

  • Übergabe eines Anlagenhandbuchs mit Schaltplänen, Wartungshinweisen, Messprotokollen

Probebetrieb und Abnahme

  • Beobachtung über einen definierten Zeitraum mit Feinjustierungen

  • Gemeinsame Funktionsabnahme aller Gewerke

Wartungsintervalle

  • Regelmäßige Inspektion nach Herstellerangaben und VDI 6022

  • Filterwechsel, Reinigung von Wärmetauschern, Überprüfung der Dichtungen, Kondensatableitung

Hygienekonzept

  • Einhaltung der VDI 6022 (Hygieneinspektion): Sauberkeit in Luftkanälen und Geräteteilen, kein mikrobielles Wachstum

  • Dokumentation aller Reinigungs- und Wartungsarbeiten

Kälteanlagen mit fluorierten Kältemitteln

  • Leckagekontrolle nach F-Gase-Verordnung

  • Fachgerechtes Handling der Kältemittel (Umweltschutz, Gesetzeskonformität)

Betreiberverantwortung

  • Einhaltung der Nachweis- und Aufzeichnungspflichten

  • Kontinuierliche Optimierung von Betriebszeiten und -parametern (Energieeffizienz)

Energieeffizienz

  • Hocheffiziente Wärmerückgewinnungssysteme und drehzahlgeregelte Ventilatoren

  • Minimierung von Wärmebrücken und Leckagen im Kanalsystem

Ressourcenschonung

  • Einsatz von Kältemitteln mit niedrigem GWP

  • Gezielte Free Cooling-Strategien zur Verringerung des Kältebedarfs

Dauerhafter Betrieb

  • Frühzeitige Berücksichtigung von Wartungsfreundlichkeit (Zugänglichkeit für Inspektionen, modularer Aufbau)

  • Energiecontrolling zur permanenten Verbrauchsüberwachung und -optimierung

Besondere Systeme und Sonderanwendungen

  • Hybridlüftung: Kombination aus maschineller und natürlicher Lüftung

  • Adiabate Kühlung: Verdunstungskühlung als Ergänzung oder Alternative zur Kompressionskälte

  • Reinraumtechnik: Hohe Anforderungen an Filterstufen (HEPA/ULPA), Druckkaskaden und Luftwechselrate

  • Schwimmbad-Entfeuchtungsanlagen: Spezielle Geräte für Feuchte- und Korrosionsschutz in Hallenbädern

  • Gebläsekonvektoren (Fan Coil Units), Induktionsgeräte: Dezentrale Raumklimatisierung als Teil der KG 433

Schnittstellen zu anderen Gewerken

  • KG 410 (Sanitär): Wasseranschluss für Befeuchter, Abwasseranschluss für Kondensat

  • KG 420 (Wärmeversorgung): Warmwasser für Heizregister, Einbindung in Heizanlage

  • KG 434 (Kälteerzeugung): Kaltwassersysteme, Kältemittelleitungen, Wärmepumpen

  • KG 450 (Elektrotechnik): Energieversorgung, MSR-Technik, Einbindung in Gebäudeleittechnik

  • Architektur / Bau: Platzbedarf in Technikzentralen, Schächten und Decken; Schall- und Brandschutz; Transportwege für große Geräte