Druckschalter sind wichtige Bauteile der Gebäudeautomation und Sicherheitstechnik und werden zur Überwachung und Regelung von Druckverhältnissen in HLK-Anlagen, Trinkwassersystemen und Industrieanlagen eingesetzt. Im Facility Management werden Druckschalter als elektrische Betriebsmittel eingestuft. Sie unterliegen daher den Bestimmungen der 1. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz (1. ProdSV), der EU-Niederspannungsrichtlinie (2014/35/EU) sowie den Vorschriften der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV), insbesondere der DGUV Vorschrift 3. Diese Regulierungen legen Anforderungen an die sichere Installation, Prüfung und Wartung elektrischer Systeme fest und dienen dem Arbeitsschutz.
Normen und Managementsysteme (z.B. DIN VDE 0105-100, ISO 45001 für Arbeitsschutz und ISO 55001 für Asset Management) fördern eine lückenlose Dokumentation. Für das Facility Management bedeutet dies mehr Transparenz über den gesamten Lebenszyklus der Anlage. Eine sorgfältig geführte Dokumentation hilft, Wartungsfristen einzuhalten, Verschleiß oder Defekte früh zu erkennen (etwa bei Verkabelung oder Sensorik) und dient im Schadensfall als wertvoller Nachweis gegenüber Versicherungen und Aufsichtsbehörden.
Dokumentiert die Ergebnisse von Sicherheitsprüfungen und elektrischen Funktionstests, wie sie gesetzlich vor der Inbetriebnahme und in festgelegten Intervallen vorgeschrieben sind. Stellt die Einhaltung der Vorschriften zur elektrischen Sicherheit und Unfallverhütung sicher.
Relevante Vorschriften/Normen
DIN VDE 0701-0702; DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3, Ziffer 20.1_2945); DGUV Information 203-070/071; ArbSchG § 5–6
Wesentliche Inhalte
• Identifikation des Druckschalters (Seriennummer, Standort, Anlagenzuordnung) • Art der Prüfung (Erstprüfung, Wiederholungsprüfung, Prüfung nach Instandsetzung) • Messergebnisse (Isolationswiderstand, Schutzleiterwiderstand, Ableitstrom) • Prüfdatum, Prüfintervall und Termin der nächsten Prüfung • Name, Qualifikation und Unterschrift der prüfenden Person • Bewertung (Bestanden/Nicht bestanden) und Korrekturmaßnahmen bei Beanstandungen
Verantwortliche Stelle
Elektrofachkraft (zuständiger Prüfer); Facility Manager (Archivierung der Unterlagen)
Praktische Hinweise
Erforderlich für alle Druckschalter in Arbeitsbereichen. Prüfprotokolle müssen als Nachweis gegenüber der Unfallversicherung (DGUV) oder Arbeitsschutzkontrollen aufbewahrt werden. Sie bilden den Kern des Elektrischen Betriebsmittelbuchs (E-Prüfbuch) einer Anlage.
Detaillierte Erläuterung
Nach DGUV Vorschrift 3 (ehemals BGV A3) und DIN VDE 0701-0702 müssen alle elektrischen Betriebsmittel – dazu zählen auch Druckschalter – vor Inbetriebnahme und in regelmäßigen Abständen durch eine Elektrofachkraft geprüft werden. Ziel dieser Prüfungen ist es, Gefährdungen wie elektrische Schläge, Isolationsfehler oder Überlastungen frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Das Prüfprotokoll dokumentiert alle relevanten Messwerte, etwa den Isolationswiderstand, den Schutzleiterwiderstand oder den Ableitstrom, sowie das Ergebnis der Prüfung. Zusätzlich werden darin die Identität des Geräts, das Prüfdatum und die Daten der prüfenden Person festgehalten. Jeder Vermerk zur Bewertung („bestanden“ oder „beanstandet“) und erforderliche Korrekturmaßnahmen bei festgestellten Mängeln werden im Protokoll dokumentiert.
Im Facility Management sind diese Unterlagen von zentraler Bedeutung. Bei Audits der Berufsgenossenschaft oder im Rahmen interner Sicherheitskontrollen dienen sie als Nachweis, dass die Druckschalter gemäß Arbeitsschutzgesetz (§ 5 und 6 ArbSchG) sicher betrieben werden. Das Prüfprotokoll wird typischerweise im elektrischen Betriebsmittelbuch (E-Prüfbuch) der Einrichtung abgelegt und ist so jederzeit zur Einsicht verfügbar.
Betriebsanleitung und Sicherheitshinweise – Elektrische Ausrüstung (Druckschalter)
Feld
Beschreibung
Dokumenttitel/-art
Betriebsanleitung und Sicherheitshinweise für elektrische Ausrüstung (Druckschalter)
Zweck & Geltungsbereich
Enthält alle Herstellervorgaben für sicheren Anschluss, Betrieb, Wartung und Entsorgung von Druckschaltern gemäß EU-Produktsicherheitsvorgaben (1. ProdSV, Niederspannungsrichtlinie). Dient dazu, dass alle Anwender mögliche Gefahren und Schutzmaßnahmen verstehen.
Relevante Vorschriften/Normen
1. ProdSV (Erste Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz); EU-Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU; DIN EN 60204-1 (Elektrische Ausrüstung von Maschinen)
Wesentliche Inhalte
• Beschreibung der Bauart und des bestimmungsgemäßen Einsatzes • Elektrische Anschlusspläne und Installationshinweise • Sicherheitshinweise (z.B. zulässige Druck- und Spannungsbereiche, Umgebungsbedingungen) • Wartungsvorschriften und Prüffristen • Angaben zu Ersatzteilen und autorisiertem Service • Konformitätserklärung und CE-Kennzeichnung • Warnsymbole und Hinweise zu Restrisiken
Verantwortliche Stelle
Hersteller (Erstellung und Bereitstellung); Facility Manager/Betreiber (Bereitstellung für Wartungspersonal)
Praktische Hinweise
Muss in deutscher Sprache vorliegen und für alle Betriebs- und Instandsetzungspersonen zugänglich sein. Wird bei Inbetriebnahme, Wartung und Gefährdungsbeurteilungen genutzt. Dient als technische Grundlage für Unterweisungen und Schulungen.
Detaillierte Erläuterung
Die Betriebsanleitung und Sicherheitshinweise werden vom Hersteller geliefert und sind nach 1. ProdSV sowie der EU-Niederspannungsrichtlinie verpflichtend. Sie müssen in deutscher Sprache verfasst sein und umfassend über den sicheren Einsatz des Druckschalters informieren. Dazu gehören Hinweise zum fachgerechten Anschluss, zulässige Betriebsspannungen und -drücke sowie zu den Umgebungsbedingungen. Die Unterlagen beschreiben das bestimmungsgemäße Einsatzgebiet des Geräts und enthalten alle notwendigen Warnhinweise. Auch Wartungshinweise, Angaben zu Ersatzteilen und autorisierten Servicewerkstätten sind enthalten.
Im Facility Management sind diese Unterlagen unverzichtbar für die Dokumentation. Sie werden im technischen Anlagenbuch archiviert und dem Bedien- sowie Wartungspersonal zur Verfügung gestellt. Bei Schulungen und Gefährdungsbeurteilungen dienen die Angaben aus der Betriebsanleitung als Referenz. Die darin enthaltene Konformitätserklärung mit CE-Kennzeichnung bestätigt, dass der Druckschalter den geltenden EU-Sicherheitsstandards entspricht.
Prüfbuch – Elektrische Anlagen und Betriebsmittel (Druckschalter)
Feld
Beschreibung
Dokumenttitel/-art
Prüfbuch für elektrische Anlagen und Betriebsmittel (Druckschalter)
Zweck & Geltungsbereich
Dient als zentrales Logbuch für den Zustand, die Wartungsmaßnahmen und die Prüfhistorie elektrischer Anlagen und Geräte. Formal nur auf Anforderung der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben, wird jedoch als Best Practice im umfassenden FM empfohlen.
Relevante Vorschriften/Normen
DGUV Vorschrift 3 (ehem. BGV A3, Ziffer 20.1_2945); DIN VDE 0105-100 (Betrieb von Anlagen); ArbSchG § 6
Wesentliche Inhalte
• Gerätekennzeichnung (Typ, Standort, Anlagenbezug) • Termine der Sichtkontrollen, Funktionsprüfungen und elektrischen Messungen • Prüfungsergebnisse, festgestellte Mängel und Reparaturhinweise • Verantwortliche Personen (Prüfer, Instandhalter) • Nächster Prüftermin und Status • Unterschriften und Prüfvermerke
Verantwortliche Stelle
Betreiber/Facility Manager (Instandhaltung und Dokumentation); Elektrofachkraft (Durchführung der Prüfungen und Bestätigung)
Praktische Hinweise
Formal erst auf Verlangen der Unfallversicherung notwendig. Ein kontinuierlich geführtes Prüfbuch verbessert jedoch die Nachvollziehbarkeit und Prävention im Betrieb. Es unterstützt vorbeugende Wartung, erleichtert Gefährdungsbeurteilungen und bildet eine Grundlage für Audits.
Detaillierte Erläuterung
Das Prüfbuch fungiert als fortlaufendes Protokoll aller Prüf- und Wartungsmaßnahmen an elektrischen Anlagen. Auch wenn es nach DGUV Vorschrift 3 nur auf Aufforderung der Berufsgenossenschaft geführt werden muss, wird es in der Praxis als bewährte Vorgehensweise empfohlen. Im Prüfbuch hält der Facility Manager für jedes Gerät die Daten fest: Wer hat wann welche Sicht- oder Funktionsprüfung durchgeführt, welche Ergebnisse wurden erzielt, und welche Mängel wurden gefunden und behoben.