Planung und Konzeption Raumlufttechnik
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Planung und Konzept für Raumlufttechnik
Die Klimatechnik (Heizung, Lüftung, Klimaanlage) ist ein Schlüsselfaktor für Gesundheit, Komfort und Produktivität in Industrie- und Bürogebäuden. Ihre Wirkung ist unsichtbar, aber unmittelbar: Luftqualität, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Akustik bestimmen, wie effizient Menschen arbeiten, wie zuverlässig Prozesse ablaufen und wie sicher sensible Bereiche betrieben werden können. Studien zeigen, dass selbst moderate Abweichungen der Raumluftqualität – wie beispielsweise CO₂-Unterschiede von über 500 ppm im Vergleich zur Außenluft oder erhöhte TVOC- oder Feinstaubwerte – die kognitive Leistungsfähigkeit messbar beeinträchtigen, die Fehlerquote erhöhen und das Krankheitsrisiko steigern. In industriellen Umgebungen beeinflussen Klimasysteme zudem die Produktqualität, die Betriebssicherheit und die Verfügbarkeit technischer Anlagen.
Gleichzeitig geraten HLK-Systeme zwischen die Fronten ambitionierter Klima- und Energieziele. In vielen Nichtwohngebäuden entfallen 30–50 % des Endenergieverbrauchs auf Lüftung, Heizung und Kühlung. Energieeffiziente, hygienische und flexibel steuerbare Systeme sind daher nicht nur ökologisch notwendig, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft. Die Herausforderung besteht darin, hohe Anforderungen an die Luftqualität mit minimalem Energie- und Ressourcenverbrauch, robusten Betriebsabläufen und normkonformer Hygiene zu vereinen.
Anforderungen an RLT-Planung & Konzeption
- RLT als Werttreiber
- Ökonomische Zielsysteme
- Innenraumluftqualität
- Anwendungsszenarien
- FM-Perspektive
- IAQ-Parameter
- Thermischer Komfort
- Belüftungsprinzipien
- Zielvorgaben gemäß
- Volumenstromberechnung
- Gesundheitsindikatoren
- Praktische Tipps
- Technische Umsetzung
- Wärmerückgewinnung
- Leistungskennzahlen
- Wärmerückgewinnungstechnologien
- Nutzungskategorien
- Entscheidungsunterstützung
- Bedarfsgesteuerte Regelung
- Mindestaußenluftzufuhr
- CAV versus VAV/DCV
- Hygienegerechtes
- Desinfektionskonzepte
- Luftansaugfiltration
- Oberflächenabfluss
- Luftansaugfiltration
- Legionellenprävention
- Inspektionsanforderungen
- Erkenntnisse
- Lebenszyklusorientierte
- Checkliste für Planer
- Kontinuierliche Verbesserung
Aus Sicht des Facility Managements (FM) ist die Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlage kein Selbstzweck, sondern ein Werttreiber entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Kerngeschäfts:
Menschen: Gute Raumluftqualität fördert die Konzentration, reduziert Krankheitsausfälle und erhöht die Zufriedenheit.
Prozesse: Stabile, regulierte Umgebungen gewährleisten Labor-, Produktions- und IT-Prozesse und reduzieren Ausschuss und Ausfallrisiken.
Reputation und Compliance: Die Einhaltung von Standards, Hygiene und Arbeitssicherheit sind integrale Bestandteile von ESG- und Compliance-Strategien.
Kosten: Bedarfsgesteuerte Systeme und Wärmerückgewinnung senken die Betriebskosten, verbessern die Gesamtbetriebskosten und fördern die Berechtigung für Subventionen.
Facility Management (FM) und Gebäudetechnik (TGA) vereinen Planung, Bau, Inbetriebnahme, Betrieb und Instandhaltung – mit klar definierten Verantwortlichkeiten, umfassender Dokumentation und durchgängiger Datenverfügbarkeit (z. B. durch Gebäudeautomation/BMS und BIM). Dieses integrierte Management gewährleistet, dass die Leistungsanforderungen des Kerngeschäfts in technische Spezifikationen übersetzt und über den gesamten Lebenszyklus des Gebäudes eingehalten werden.
Lüftungsanlagen spielen eine Schlüsselrolle bei der CO₂-Reduzierung im Gebäudesektor. Zu den wichtigsten Hebeln gehören:
Energieeffizienz: Minimierung der spezifischen Lüfterleistung (SFP), hocheffiziente Wärmerückgewinnung (Temperatur-/Enthalpieeffizienz), strömungsoptimierte Netzwerke, dichte Kanalsysteme und drehzahlvariable EC-Antriebe.
Bedarfsorientierte Steuerung: Die zonenbezogene Volumenstromanpassung (VAV/DCV) auf Basis von Belegungs- und IAQ-Parametern (CO₂, VOC, PM2,5) verhindert eine Überlüftung.
Nutzung von Freikühlung/Nachtlüftung: Reduzierung des Bedarfs an mechanischer Kühlung durch intelligente Betriebsstrategien.
Hygienische Betriebssicherheit: Vorbeugung von mikrobiologischen Verunreinigungen zur Gewährleistung dauerhafter Effizienz.
Ökonomisch gesehen stehen Investitions- und Betriebskosten im Spannungsverhältnis. Maßnahmen wie Wärmerückgewinnung oder Gleichstromfiltration (DCV) amortisieren sich oft durch Energieeinsparungen, längere Filterlebensdauer und geringere Ausfallraten. Förderprogramme können den Kapitalaufwand reduzieren. Entscheidend ist ein lebenszyklusorientierter Ansatz (TCO), der über die reine Optimierung der Investitionsausgaben hinausgeht.
Anforderungen an die Innenraumluftqualität
Die Innenraumluftqualität wird durch verschiedene Parameter charakterisiert: CO₂ als Indikator für die Personendichte, TVOC als Maß für flüchtige organische Verbindungen, Feinstaub (PM10/PM2,5/PM1), mikrobielle Belastung, Temperatur und relative Luftfeuchtigkeit.
Kategorisierungen nach DIN EN 16798-1 (z. B. Kategorien I–III) definieren Zielbereiche für unterschiedliche Nutzungsarten. Komfort und Gesundheit erfordern:
Die CO₂-Unterschiede gegenüber der Außenluft liegen in hochwertigen Büro- und Bildungseinrichtungen typischerweise bei ≤ 500 ppm.
Die Temperatur liegt während der Nutzung bei etwa 22 ± 2 °C und passt sich der Aktivität und der Kleidung an.
Eine relative Luftfeuchtigkeit im angenehmen Bereich (ca. 40–60 %) unter Einhaltung der hygienischen Grenzwerte.
Reduzierung von Partikeln und Keimen durch geeignete Filterkonzepte (ISO 16890; HEPA-Filter können in sensiblen Bereichen eingesetzt werden)
Anwendungsszenarien und besondere Anforderungen
Büro- und Bildungsgebäude: Schwankende Auslastung, hohe Anforderungen an Akustik und thermischen Komfort. DCV mit CO₂-Regulierung, hohe Wärmerückgewinnungsraten und Nachtlüftung sind bewährte Strategien.
Gesundheitswesen (Allgemeine Bereiche): Strenge Hygienestandards, zuverlässige Filterstufen und Differenzdruck-kontrollierte Zonen; risikobasierte Wärmerückgewinnung.
Labore: Druckkaskaden, sichere Entfernung gefährlicher Stoffe, Volumenstromüberwachung (z. B. Abzüge), oft restriktive Wärmerückgewinnungskonzepte.
Rechenzentren: Hohe Verfügbarkeits- und Redundanzanforderungen (N+1/N+N), Containment, partikelarme Zuluft; Energieeffizienz durch freie Kühlung und strömungsoptimierte Luftführung.
Professionelles Facility Management (FM) verankert die Gebäudetechnik (BSE) in einem Governance-Rahmen mit klar definierten Rollen, qualifizierten Prozessen und auditierbarer Dokumentation. Zu den Schlüsselelementen gehören:
Anforderungen und Dokumentation: Zimmerbuch, Spezifikationen, Abnahme- und Inbetriebnahmeprotokolle, Betriebsprotokoll.
Operatives Management: Wartungs- und Hygieneinspektionen gemäß VDI 6022, Filtermanagement, Zustandsüberwachung, Störungs- und Risikomanagement.
Daten und Schnittstellen: Integration in die Gebäudeautomation, transparente KPIs (z. B. SFP, IAQ-Indizes), Auditierbarkeit und, falls erforderlich, Datenschutz- und IT-Sicherheitskonzepte.
IAQ-Parameter und Bewertungsskalen
CO₂: Indikator für die nutzungsbedingte Belastung. In hochwertigen Büro- und Bildungseinrichtungen gilt eine CO₂-Differenz von typischerweise ≤ 500 ppm gegenüber der Außenluft als guter Richtwert. Regelungsstrategien nutzen CO₂ als Referenzparameter, um die Außenluftzufuhr bedarfsgerecht anzupassen.
TVOC (Gesamtmenge flüchtiger organischer Verbindungen): Ein Maß für die Gesamtmenge flüchtiger organischer Verbindungen, die aus Materialien, Prozessen und Anwendungen freigesetzt werden. TVOC dient als Frühindikator für Emissionsprobleme (z. B. bei neuen Materialien) und wird für Trend- und FDD-Monitoring verwendet. Grenzwerte und Zielwerte sind kontext- und normabhängig.
Partikel (PM10/PM2,5/PM1): Massenanteile von Partikeln mit einem aerodynamischen Durchmesser ≤ 10/2,5/1 µm. Relevant für die Atemwegsgesundheit, IT- und Produktionsumgebungen. Filterkonzepte sind gemäß ISO 16890 (ePM-Klassen) ausgelegt.
Temperatur und operative Temperatur: Lufttemperatur und mittlere Strahlungstemperatur beeinflussen den thermischen Komfort. Die operative Temperatur (ein gewichteter Wert, der sich aus Luft- und Strahlungstemperatur ergibt) ist der wichtigste Komfortparameter.
Relative Luftfeuchtigkeit: Beeinflusst Komfort, Materialeigenschaften und die Dynamik von Bioaerosolen. Ein typischer Komfortbereich liegt etwa zwischen 40 und 60 %, wobei hygienische und bauphysikalische Grenzwerte (Kondensationsvermeidung) beachtet werden müssen.
Mikrobiologie/Keimzahlbestimmung: Qualitative und quantitative Beurteilung der mikrobiellen Belastung der Luft und von HLK-Komponenten. Hygieneanforderungen (z. B. VDI 6022) zielen darauf ab, Nährstoffeinträge, Kondensation und Temperaturen zu vermeiden, die das mikrobielle Wachstum begünstigen.
Geruch und sensorische Qualität: Ein subjektiver Aspekt, der sich jedoch mithilfe von Akzeptanzskalen (z. B. nach DIN EN 16798-1) beschreiben lässt. Betrifft Bioabwässer und VOCs.
PMV/PPD – thermischer Komfort
PMV (Predicted Mean Vote): Vorhersage des mittleren Wärmeempfindens einer Bevölkerung auf einer Skala von −3 (kalt) bis +3 (heiß). Abhängig von Aktivität (Met), Kleidung (Clo), Luft- und Strahlungstemperatur, Luftgeschwindigkeit und Luftfeuchtigkeit.
PPD (Prognostizierter Prozentsatz unzufriedener Kunden): Erwarteter Prozentsatz unzufriedener Kunden, abgeleitet aus dem PMV. Zur Information:
Kategorie I: sehr hohes Komfortniveau, typischer PMV-Wert ca. −0,2 bis +0,2 (PPD ≲ 6 %)
Kategorie II: Hohes Komfortniveau, typischer PMV-Wert ca. −0,5 bis +0,5 (PPD ≲ 10 %)
Kategorie III: akzeptabel, typischer PMV-Wert ca. −0,7 bis +0,7 (PPD ≲ 15 %)
Diese Bereiche müssen projektbezogen überprüft werden (DIN EN 16798-1).
Belüftungsprinzipien und Luftstrom
Zuluft/Abluft: Die Zuluft führt konditionierte Luft (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Reinheit) zu. Die Abluft entfernt Schadstoffe. Die Abluft wird nach außen abgeleitet; Umluft kann zugeführt werden, sofern dies hygienisch zulässig ist und den geltenden Normen entspricht.
Umluft: Die Umwälzung der Raumluft dient der Energieeinsparung. Dies erfordert eine ausreichende Filterung, hygienische Bauweise und den Ausschluss von Bereichen mit Kontaminationsrisiko (z. B. bestimmte Zonen im Gesundheitswesen/in Laboren).
Volumenstrom V: Luftvolumen pro Zeiteinheit (m³/h oder l/s). Wichtige Kennzahl für die Auslegung von Geräten, Kanälen, Filtern, Dämpfern und Ventilatoren. Die Volumenströme einer Zone ergeben sich aus der Summe des personen- und materialbezogenen Bedarfs abzüglich etwaiger Infiltrationsverluste.
Strömungsregime:
Mischlüftung: Intensive Durchmischung des Raumes, homogene Konzentrationen/Temperaturen, robust gegenüber Laständerungen, Standard in vielen Büroanwendungen.
Verdrängungslüftung: Zuluft mit niedriger Geschwindigkeit und geringerer Temperatur wird in den Aufenthaltsbereich geleitet; thermischer Auftrieb transportiert die Schadstoffe nach oben (Schichtung). Vorteile bei der Schadstoffentfernung, erfordert jedoch eine sorgfältige Planung (Zulufteinlass, Wärmelasten, Aufenthaltsbereiche).
Stratifizierung: Vertikale Gradienten sind möglich, ob beabsichtigt oder unbeabsichtigt; dies muss bei der Platzierung und Steuerung der Sensoren berücksichtigt werden.
Kategorien und Zielvorgaben gemäß DIN EN 16798-1/-3
Kategorien des Raumklimas (I–III): Klassifizierung der gewünschten Raumklimaqualität (thermisch und hygienisch). Kategorie I beschreibt eine sehr hohe Qualität, Kategorie II eine hohe Qualität und Kategorie III eine akzeptable Qualität. Für jede Kategorie enthält die Norm Eingangswerte/Zielbereiche, unter anderem für die operative Temperatur, CO₂-Differenzen, zulässige Luftgeschwindigkeiten und akustische Kriterien.
Kategorien für Außenluft (ODA) und Zuluft (SUP): Die Außenluftqualität wird in ODA-Klassen eingeteilt (z. B. ODA 1: geringe, ODA 2: mittlere, ODA 3: hohe Belastung). Daraus wird in Kombination mit dem angestrebten SUP-Wert die Filterstrategie abgeleitet, um die gewünschte Zuluftqualität zu erreichen (gemäß ISO 16890).
Zielwerte: Für die Dimensionierung werden kategorieabhängige Eingangswerte ausgewählt. Es gibt zwei sich ergänzende Ansätze zur Dimensionierung des Außenluftvolumenstroms:
persönlicher Anteil (Biofluents),
Gebäudebezogener Anteil (Material-/Prozessemissionen).
Die Summe (zuzüglich Sicherheits- und Betriebszuschläge) ergibt den Auslegungswert. EN 16798-3 legt die Systemauslegung in Nichtwohngebäuden fest, einschließlich Aspekten der Druckhaltung und -regelung.
Grundlagen der Last- und Volumenstromberechnung
Personenzentrierter Ansatz: Der erforderliche Außenluftstrom pro Person q_p wird anhand der gewünschten sensorischen Luftqualität (Kategorie) bestimmt. Alternativ kann eine CO₂-Massenbilanz verwendet werden:
V_Außenluft = G_CO2 / (C_i − C_o)
G_CO2: CO₂-Quellenstärke pro Person (Größenordnung im Sitzen ≈ 0,005 l/s),
C_i − C_o: zulässige CO₂-Differenz (z. B. 500 ppm = 0,0005).
Beispiel: 0,005 l/s / 0,0005 = 10 l/s Außenluft pro Person.
Stoffbezogener Ansatz
Für spezifische Emissionen (VOCs, Prozessgase, Feuchtigkeit) wird der erforderliche Volumenstrom aus der Quellstärke G und der zulässigen Raumkonzentration berechnet: V = G / (C_max − C_supplying)
Die Quellstärken sind anhand von Materialdaten, Messungen oder empirischen Werten zu ermitteln; Sicherheitsfaktoren und Betriebsprofile (Gleichzeitigkeit, Nutzungskurven) sind zu berücksichtigen.
Gesundheitswesen und Labore (DIN 1946-4/-7)
Zusätzlich zu den Anforderungen an Personen und Stoffe gelten je nach Raumfunktion Mindestvolumenströme, Luftwechselraten, Druckkaskaden (Über-/Unterdruck), Filterstufen und Luftkanäle (z. B. Vertikalströmung in Operationssälen). Wärmerückgewinnungs- und Rezirkulationsgrenzwerte werden risikobasiert definiert.
Zonierung und Diversifizierung
Gebäude werden in Nutzungszonen mit ähnlichen Profilen (Belegung, Emissionen, Lasten) unterteilt. Gleichzeitigkeitsfaktoren reduzieren die Spitzenvolumenströme auf systemkompatible Werte. Infiltration/Exfiltration muss bauphysikalisch bewertet werden; geplante Leckagen sind zu vermeiden.
Überblick über Komfort- und Gesundheitsindikatoren
CO₂: Differenz zur Außenluft als Kontrollvariable; Zielbereiche abhängig von der Kategorie (typischerweise ~300–800 ppm Differenz, oft ≤ 500 ppm als Zielwert für Umgebungen mit hoher Luftqualität). Absolutwerte sind von der Außenluft abhängig.
Temperatur: In Büro- und Bildungseinrichtungen wird häufig eine Temperatur von 22 ± 2 °C als Richtwert für die Nutzung verwendet; die zulässigen Betriebstemperaturbereiche richten sich nach der jeweiligen Kategorie (abhängig von Met/Clo).
Relative Luftfeuchtigkeit: Für optimalen Komfort liegen die Werte bei etwa 40–60 %. Niedrigere Werte verhindern das Austrocknen der Schleimhäute und statische Aufladung; höhere Werte beugen Kondensation, Schimmelbildung und Milbenbefall vor. Eine effektive Luftfeuchtigkeitsregulierung erfordert eine abgestimmte Be- und Entfeuchtung sowie hygienische Bauweisen.
Partikel: Die Zielwerte werden je nach Einsatzbereich (Büro vs. Reinraum) definiert. Die Filterauswahl erfolgt gemäß ISO 16890 (z. B. ePM1/ePM2,5) in Übereinstimmung mit den Anforderungen der ODA/SUP und den jeweiligen Einsatzbedingungen.
Mikrobiologie: Es dürfen keine Nährstoffe oder Feuchtigkeit in die HLK-Komponenten gelangen; Kondenswasser muss abgeleitet werden. Die Einhaltung der Hygienevorschriften ist durch Inspektionen gemäß VDI 6022 sicherzustellen. In sensiblen Bereichen gelten zusätzliche Grenzwerte und Prüfungen (z. B. gemäß DIN 1946-4, EN 14644).
Zugluft/Luftströmung: Die Luftgeschwindigkeit in Aufenthaltsbereichen ist zu begrenzen (typischerweise ≤ 0,15–0,2 m/s, abhängig von der Turbulenzintensität und der Temperaturdifferenz). Strahlungsasymmetrien und vertikale Gradienten sind zu minimieren.
Akustik: Die Schallpegel müssen an die Nutzungsprofile angepasst werden (z. B. Anforderungen für Klassenzimmer und Büros). Schalldämpfer und Durchflussbegrenzer sind daher unerlässliche Planungsbestandteile.
Praktische Tipps
Zielkategorien frühzeitig definieren: Die Definition der Kategorien (I–III) für jede Verwendung ist eine Grundvoraussetzung für die Interpretation und Qualitätssicherung.
Kombination verschiedener Ansätze: Personen- und materialbezogene Anforderungen müssen addiert werden; die höhere Anforderung hat Vorrang. Mindestdurchflussmengen (z. B. für Spülwirkung, Druckaufrechterhaltung) müssen gewährleistet sein.
Sensoren als Bindeglied zwischen Planung und Betrieb: CO₂-, VOC- und Partikelsensoren unterstützen die Überprüfung von Annahmen und die DCV-Regelung. Aus den Kategorien lassen sich Sollwerte ableiten.
Dokumentation: Annahmen (Quellenstärken, Belegungsprofile, ODA/SUP, Kategorien), Berechnungsmethoden und Randbedingungen müssen in einer überprüfbaren und aktualisierbaren Weise dokumentiert werden (Raumbuch, Spezifikationen).
Technische Umsetzung
Die technische Umsetzung folgt einem systematischen Weg von den Anforderungen bis zur nachweisbaren Leistung: 1) Definition der Nutzung, Zielkategorien (DIN EN 16798-1) und ODA/SUP; 2) Auswahl der Zone und der Luftverteilung (Misch- vs. Verdrängungslüftung); 3) Bestimmung der Volumenströme basierend auf Belegung und Materialzusammensetzung; 4) Vergleich und Dimensionierung der Systemoptionen: Wärmerückgewinnung, bedarfsgesteuerte Regelung (CAV/VAV/DCV), hygienisches Design, Ventilatortechnik/SFP, Filtration (ISO 16890), Feuchtigkeitsregelung, Akustik, Kanalsystem/Formstücke, Brandschutz/Rauchabsaugung, Zugänglichkeit/Wartungsfreundlichkeit, Energieoptimierung; 5) Definition der Gebäudeautomation, IT-Sicherheit, Dokumentation und des Messkonzepts; 6) Durchführung der Inbetriebnahme (EN 12599), des Monitorings und der Fehlerdiagnose (FDD).
Auswahl- und Auslegungslogik
risikobasiert (Hygiene, Kontamination), energie- und gesamtbetriebskostenorientiert (Wärmerückgewinnungseffizienz, SFP, Betriebsprofile), robuste Regelungstechnik (DCV-Regelqualität, Sensoren), benutzerfreundlich in Betrieb und Wartung (VDI 6022), normkonform (EN/DIN/VDI). Entscheidungsbereiche: CAV vs. VAV/DCV; Wärmerückgewinnungstyp; Filterstufen/HEPA; Druck- und Brandschutzkonzept; Befeuchtung ja/nein; Schallschutzmaßnahmen; Dichtheitsklasse der Luftkanäle.
Die folgenden Unterkapitel enthalten weitere Details: Wärmerückgewinnung; Bedarfsgesteuerte Regelung und IAQ-Sensoren; Hygiene; Lüftertechnik/Drucksysteme; Filtration; Feuchtigkeitsregelung; Akustik/Schwingungsentkopplung; Kanalsystem/Komponenten; Brandschutz/Rauchabsaugung; Zugänglichkeit/Wartung/Überholung; Energieoptimierung.
Die Wärmerückgewinnung reduziert den Energiebedarf für Heizung und Kühlung, stabilisiert die Zuluftbedingungen und senkt die Gesamtbetriebskosten. Das Systemdesign basiert im Wesentlichen auf folgenden Prinzipien:
Volumenstrom und Betriebsprofile: Nenn- und Teillastpunkte, Gleichzeitigkeit, Betriebsstunden (Heiz-/Kühlperiode).
Temperaturniveau: Außenklima (ODA), Sollwerte für Innenräume, Zielwerte für Luftfeuchtigkeit; Kondensations- und Vereisungsgrenzwerte.
Druckverlustbudget und SFP-Zielwert: zulässige zusätzliche Druckverluste auf der Zuluft- und Abluftseite.
Hygiene- und Risikoklasse: Zulässige Leckage/Kreuzkontamination gemäß VDI 6022 und DIN 1946-4/-7.
Wartungsfreundlichkeit: Reinigungsfreundlichkeit, Zugänglichkeit, Kondensatableitung.
Leistungskennzahlen und operative Funktionen
Temperatureffizienz ηt (fühlbar): ηt = (Tin,nach Wärmerückgewinnung − Taußen) / (Tex Abluft − Taußen). Maß für die Rückgewinnung fühlbarer Wärme.
Enthalpieeffizienz ηh (gesamt): berücksichtigt latente Wärmekomponenten (Feuchtigkeit). Relevant für Enthalpieaustauscher (Rotor/Enthalpieplatten).
Feuchtigkeitsübertragungseffizienz: insbesondere mit sorptionsbeschichteten Rotoren und Membranplatten; hält die Raumluftfeuchtigkeit im Winter aufrecht, reduziert den Entfeuchtungsaufwand im Sommer.
Bypass: Umgehung des Wärmerückgewinnungssystems bei freier Kühlung (Sommer/Nacht), bei hoher Luftfeuchtigkeit (z. B. zur Vermeidung unerwünschter Feuchtigkeitsübertragung) und zur Vereisungsverhinderung.
Zu den Frostschutzstrategien gehören Vorwärmen (Serpentinen), Intervallabtauung/Bypass, Drehzahl-/Volumenstromanpassung (Rotor), Reduzierung der Anströmgeschwindigkeit, KVS mit Glykol (frostsicher).
Auswahl von Wärmerückgewinnungstechnologien
Plattenwärmetauscher
Crossflow: robust, mediengetrennt, geringe Kreuzkontamination; ηt ca. 50–70 %, erhöhte Vereisungsneigung in kalten, feuchten Klimazonen.
Gegenstrom: höherer Wirkungsgrad, ηt ca. 75–90 %, längere Bauweise, tendenziell höherer Druckverlust; erhältlich als Enthalpieplatten mit Feuchtigkeitsübertragung.
Für eine optimale Hygiene (Medientrennung), Kondensatableitung und leicht zu reinigende Oberflächen muss gesorgt sein.
Rotierender Wärmetauscher (Rotor)
Empfindlich/Enthalpie: ηt/ηh i. d. R. 70–85 %; geringer Druckverlust, gute Vereisungsbeständigkeit (Selbstabtauung).
Risiken: Mitreißen und interne Leckage; Reduzierung durch Spülluftsektor, Differenzdruckregelung (Abluft > Zuluft) und präzise Dichtungsstreifen.
In sensiblen Bereichen mit Kontaminationsrisiko (z. B. Betriebs-/Isolationsbereiche, bestimmte Laborgruppen) ist dies nicht gestattet oder eingeschränkt.
Rundumspulensystem (KVS)
Vollständig getrennte Luftströme (keine Kreuzkontamination); ηt typ. 45–65 %, abhängig von der Wärmetauscherfläche, den Volumenströmen und der Pumpenleistung.
Ideal für Gesundheitseinrichtungen/Labore mit strikter Trennung; zusätzlicher Wartungsaufwand erforderlich (Hydraulik, Frostschutzmittel).
Leckage-, Kreuzkontaminations- und Nutzungskategorien
Leckagearten: interne Leckage (zwischen Zuluft und Abluft) und externe Leckage (Gehäuse). Bei Rotoren tritt zusätzlich Wärmeverlust durch die thermische Masse auf.
Vorbeugende Maßnahmen: gestaffelte Druckverteilung (Abluftdruck > Zuluftdruck), Spülluftsektor am Rotor, Dichtheitsklassen am Gerät (EN 1886), bypasskompatible Gehäuse, kondensatdichte Ausführung.
Nutzungskategorien (vereinfachte Übersicht):
Büro/Bildungseinrichtungen: Im Allgemeinen sind alle Arten von Wärmerückgewinnungsanlagen geeignet; die Auswahl erfolgt nach Energieeffizienz, Schalldämmung und Raumbedarf.
Gesundheitswesen (DIN 1946-4): Keine Rotoren in Operationssälen/Isolationsbereichen; vorzugsweise Platten (mediengetrennt) oder KVS mit geprüfter Dichtheit.
Laboratorien (DIN 1946-7): Für gefährliche Stoffe/biologische Arbeitsstoffe sind keine Systeme mit potenzieller Wiederverwendung zulässig; KVS oder separate Systeme.
Geruchs- und VOC-belastete Abluft (Küchen, Parkhäuser): Üblicherweise erfolgt die Wärmerückgewinnung nur mittels Medientrennung oder ganz ohne Wärmerückgewinnung; gegebenenfalls spezielle Lösungen mit Adsorption.
Entscheidungsunterstützung (Auswahllogik)
Höchste Hygieneanforderungen/Keine Kreuzkontamination erlaubt:
KVS oder Platten (Gegenstrom) mit geprüfter Dichtheit; keine Rotoren.
Maximale Effizienz, moderate Hygieneanforderungen:
Gegenstromplatte (hohes ηt) oder Enthalpierotor (ηh) für Feuchtigkeitspriorität.
Kaltes, feuchtes Außenklima mit Vereisungsgefahr:
Rotor (selbstabtauend) oder Enthalpieplatte mit aktivem Frostschutz; Vorwärmen bei Bedarf.
Hoher Bedarf an Luftentfeuchtung im Sommer / gewünschte Feuchtigkeitsrückgewinnung:
Enthalpierotor oder Membranplatten; für Sonderfälle einen Bypass vorsehen.
Begrenzter Installationsraum, geringe Gebäudehöhe:
Rotor (kompakt) oder Wärmerohr; Druckverlust/Geräuschbalance berücksichtigen.
Kritische Geruchs-/VOC-Abluft:
Medientrennsysteme (Platten-/KVS-Systeme) oder Verzicht auf Wärmerückgewinnung; zusätzliche Abluftreinigung in Betracht ziehen.
DCV zielt darauf ab, die Anteile von Außenluft und Umluft sowie die Volumenströme der einzelnen Zonen dynamisch an die Belegung und die Luftqualität anzupassen. Es basiert auf ASR A3.6 (Mindestanforderungen an die Lüftung/CO₂-Orientierung) und DIN EN
Anwesenheitserkennung: Geplante Zeiten/Belegungspläne (Grundlast, Vorlauf und Nachlauf).
Präsenzsensoren (PIR/Ultraschall/Radar) für schnelles Umschalten.
Zählmethoden (Drehkreuze, Tischsensoren) für stark variable Bereiche.
Indirekte Indikatoren (CO₂-Anstieg, VOC-Trends) dienen als Plausibilitätsprüfung.
IAQ-Kennzahlen:
CO₂ (NDIR) als primärer Kontrollparameter für personenbezogene Belastungen.
VOC (MOS/PID) für Material-/Prozessüberwachung und FDD.
PM2,5/PM1 (optisch) für Partikelbelastungen; relevant in Gebieten mit Außenluftzufuhr/Feinstaubbelastung.
Temperatur/Luftfeuchtigkeit für Komfort und ein ausgeglichenes Feuchtigkeitsklima.
Auch ohne anwesende Personen ist ein grundlegender Luftaustausch vorteilhaft, um material- und gebäudebezogene Emissionen zu entfernen. Praktische Erfahrung:
Mindestdurchflussrate bezogen auf die Fläche: ca. 0,3–0,6 l/(s·m²) oder
Luftwechselrate: ca. 0,1–0,2 h⁻¹
Alternativ kann die gebäudebezogene Komponente gemäß DIN EN 16798-1 angewendet werden.
Gemäß ASR A3.6 ist eine ausreichende Belüftung erforderlich, um ungeeignete Bedingungen zu vermeiden; die spezifischen Werte müssen projektbezogen ermittelt und dokumentiert werden. Vor Nutzungsbeginn ist eine Vorlüftung/Spülung einzuplanen.
CAV versus VAV/DCV und Kontrollqualität
CAV (konstanter Volumenstrom): Einfach, robust, aber bei Teillast ineffizient.
VAV (Variabler Volumenstrom): Zonenweise Anpassung über Dämpfer; effizienter, erfordert ein Regelungskonzept (statischer Druck, „meist geöffnete Box“-Rückstellung).
DCV (bedarfsgesteuert): VAV mit IAQ-/Belegungsmanagement
Regelgüte:
Totzeiten: Transport- und Mischzeiten der Luft (oft im Minutenbereich) verursachen Verzögerungen; Vorsteuerung (Präsenzsignal) und Vorspülung mindern diese.
Zeitkonstanten: CO₂-Dynamik der Zone ~10–30 min; VAV-Aktuatoren 5–30 s; AHU-Steuerelemente 30–120 s. Parametrierung des Reglers (üblicherweise PI), um Nachführvorgänge zu vermeiden; Dämpfung durch:
Sollwerthysterese/Totzone
Ratenbegrenzung,
Anti-Windup,
Kaskade: Zone (CO₂) → VAV-Volumenstrom → Kanalstatik (Druck) → Lüfterdrehzahl.
Hygiene und hygienegerechtes Design (VDI 6022)
Hygiene beginnt mit der Konstruktion. Lüftungsanlagen und ihre Komponenten müssen so konstruiert sein, dass Schmutzablagerungen, Feuchtigkeitsansammlungen und mikrobielles Wachstum verhindert werden und Reinigungs- und Inspektionsarbeiten sicher durchgeführt werden können.
Hygienisches Design und Materialien
Oberflächen und Materialien: glatte, porenfreie und korrosionsbeständige Materialien (z. B. beschichteter Stahl, Edelstahl in Feuchträumen). Keine faserigen/absorbierenden Materialien im Luftstrom. Wärmebrücken minimieren, um Kondensation zu vermeiden.
Geometrie: Vermeidung von toten Winkeln, Schmutzfängern und schwer zugänglichen Bereichen. Aerodynamisch effiziente, leicht zu reinigende Innenraumgeometrie; alle Hygienezonen sind seitlich oder über Inspektionsöffnungen zugänglich.
Funktionsbereiche sind voneinander zu trennen: Reihenschaltung mit klarer Strömungsrichtung (Außenluft → Vorfilter → Wärmerückgewinnung → Nachfilter → Nachbehandlung). Rezirkulations-/Mischabschnitte sind so auszulegen, dass Rückfluss und Kondensatansammlungen verhindert werden.
Antriebe/Lüfter: Bevorzugt werden EC-Direktantriebslüfter (kein Riemenabrieb); die Lüfter sollten im „sauberen“ Luftstrom hinter dem Vorfilter positioniert werden.
Sensoren/Messtechnik: so anordnen, dass Wartung und Reinigung möglich sind; Sensoren mit Schutzvorrichtung und definierter Einlasslänge, Probenahmedüse mit Stopfen.
Reinigungs- und Desinfektionskonzepte
Reinigungsfähigkeit: Inspektionsöffnungen an Filtern, Wärmerückgewinnungseinheiten, Tropfenabscheidern, Luftbefeuchtern, Kondensatwannen und Schalldämpfern. Ausreichend Arbeitsfläche und Beleuchtung bereitstellen.
Vorgehensweise: Trockenreinigung (Staubsaugen, Abwischen) staubiger Bereiche; Feuchtreinigung und – nur falls erforderlich – Desinfektion feuchter Bereiche mit geeigneten, materialverträglichen Mitteln. Chemikalien- und Arbeitsschutzbestimmungen beachten.
Planungsintervalle: basierend auf den Ergebnissen der Hygieneinspektion, den Betriebsbedingungen (Außenluftqualität, Feuchtigkeitskontrolle) und den Differenzdruck-/Konditionswerten. Maßnahmen dokumentieren (Ort, Methode, Ressourcen, Freigabe).
Kondensatabfluss und Oberflächenabfluss
Kondensatwannen: aus korrosionsbeständigem Material, mit durchgehendem Gefälle zur Abflussseite (konstantes Gefälle), sauber verschweißten Ecken, leicht zu reinigen.
Entwässerung: Siphons mit ausreichender Wasserdichtungshöhe und zugänglichen Inspektionspunkten; ausgelegt für Druckdifferenzen (Unter-/Überdruck). Verhinderung von Geruchs- und Lufteintritt über den Abfluss.
Tropfenabscheider: Planung entsprechend den Kühl- und Befeuchtungsphasen; Minimierung der Tropfenmitführung.
Trocknung: Nach der Befeuchtung/Kühlung ausreichend lange Trocknungsstrecken gewährleisten; Bypass- und Nachtrocknungsfunktionen bereitstellen.
Luftansaugfiltration: zweistufig plus HEPA-Schnittstelle
Zweistufiges Konzept: Vorfilter zur Abscheidung von Staub/Grobstaub (z. B. ISO ePM10/ePM2,5), nachgeschaltete Feinfilterstufe (z. B. ISO ePM1) zur Erfüllung der SUP-Ziele gemäß der ODA/SUP-Kombination. Filterauswahl nach ISO 16890.
Dichtheit: Formschlüssige und kraftverriegelnde Filterhalterungen, geprüfte Dichtlippen; Bypass-Leckagen vermeiden (Anforderungen der EN 1886 beachten).
Überwachung: Differenzdruckmessung pro Stufe mit Alarmschwellen (Verschmutzung, Bypass-Anzeige); Austausch je nach Zustand/Herstellervorgaben.
HEPA-Schnittstelle: In sensiblen Bereichen (Gesundheitswesen/Labor) optionaler HEPA-Rahmen (z. B. H13/H14 nach EN 1822) in Endposition oder Geräteinstallation; Leckageprüfung nach relevanten Spezifikationen während der Inbetriebnahme/Wartung.
Luftbefeuchtung und Legionellenprävention
Dampfbefeuchter: aus hygienischen Gründen bevorzugt, da kein zirkulierendes Wasser und keine Aerosolrezirkulation stattfindet; Bereitstellung von geeignetem Speisewasser (z. B. demineralisiertes/enthärtetes Wasser) und eines Entsalzungs-/Spülkonzepts; Kondensat- und Dampfzufuhr mit Tropfenabscheider zur Begrenzung der Feuchtigkeit.
Adiabatische Befeuchtung (Sprüh-, Verdunstungsmedien): Nur mit einem validierten Hygienekonzept verwenden. Voraussetzungen: Frischwasserzufuhr, kontrollierte Zirkulation (keine Stagnation), regelmäßige Entleerung/Spülung, biozidfreie oder zugelassene Behandlung, Temperaturkontrolle außerhalb des Legionellenwachstumsbereichs (wenn möglich), Tropfenabscheider mit ausreichender Abscheideleistung, regelmäßige mikrobiologische Untersuchungen in Risikosituationen. Verdunstungsmedien müssen leicht entnehmbar/austauschbar sein.
Richtlinien: Planung, Betrieb und Überwachung gemäß VDI 6022 und VDI 3803; bei Verdunstungskühlung außerhalb von Lüftungsanlagen sind alle relevanten Sondervorschriften zu beachten. Grundsätze: Stehendes Wasser vermeiden, Oberflächen trocken halten, festgelegte Reinigungszyklen anwenden und klare Verantwortlichkeiten sicherstellen.
Prüf- und Inspektionsanforderungen (VDI 6022)
Erste Inspektion: vor der Inbetriebnahme durch qualifiziertes Personal (Kategorie A); Prüfung der Hygienekonstruktion, Zugänglichkeit, Dichtheit, Kondensatablauf, Filtermontage, Befeuchtung, Reinigungsfähigkeit; Dokumentation mit Fotobericht und Mängelliste.
Regelmäßige Inspektionen: Systeme mit Befeuchtung: mindestens alle 2 Jahre (Kat. A).
Systeme ohne Befeuchtung: mindestens alle 3 Jahre (Kat. A).
Darüber hinaus sind regelmäßige Sichtprüfungen (z. B. alle sechs Monate) durch qualifizierte Personen (Kat. B) erforderlich.
Probenahme
ikrobiologische Untersuchungen je nach Einzelfall (Auffälligkeiten, Geruch, erhöhte Luftfeuchtigkeit) oder nach Risikobewertung; Auswertung der Ergebnisse, Einleitung von Maßnahmen und Überprüfung der Wirksamkeit. Ausbildung/Fachkenntnisse: Nachweis der Qualifikation (VDI 6022 Kat. A/B) für verantwortliche oder ausführende Personen; Dokumentation der Weiterbildung.
Erkenntnisse
Die Innenraumlufttechnik ist ein strategischer Werttreiber: Sie gewährleistet Gesundheit, Komfort und Produktivität, stabilisiert Prozesse (Labor/IT) und ist ein wichtiger Hebel zur Reduzierung von CO₂ und Energie.
Technisch effektiv und wirtschaftlich robust sind: hohe Wärmerückgewinnungseffizienz (mediengetrennt oder risikogerecht), bedarfsgesteuerte Volumenströme (DCV/VAV), Niedrigdurchfluss- und dichte Netze, geeignete Filtration gemäß ISO 16890 und eine GA-gestützte Steuerung mit Überwachung und FDD.
Hygiene (VDI 6022) ist unabdingbar: Hygienische Konstruktion, saubere Kondensatableitung und geprüfte Filterdichtheit sind die Grundlage für einen sicheren und effizienten Betrieb.
Normenkonformität und Governance: Planung und Betrieb im Rahmen von DIN EN 16798-1/-3, DIN 1946-4/-7, EN 1886, EN 12599, EN 15650/EN 12101, ISO 16890, GEG und EU 1253/2014; Cybersicherheit und Datenschutz gemäß IEC 62443/DSGVO.
Lebenszyklusorientierte Planung und Umsetzung
Kategorien (I–III) und ODA/SUP frühzeitig definieren; Anforderungsmanagement im Raumbuch/den Spezifikationen verankern.
Risikobasierte Systemauswahl: Wärmerückgewinnungssystemtyp (EN 308-Zertifizierung), DCV-Strategie, Filterstufen, Druck-/Brandschutzkonzept.
Planung für die Wartungsfreundlichkeit (VDI 6022): Inspektionszugang, Kondensat, sichere Installation.
GA/IT: Offene Protokolle (BACnet/IP, Modbus, MQTT), Standardisierung von Datenpunkten/Tags; Security by Design (BACnet/SC, Segmentierung).
BIM/IFC-MEP und Anlagen-IDs als verbindliches Bestandsdokument; Prüf- und Messkonzept gemäß EN 12599.
Renovierung/Nachrüstung
„Schnelle Erfolge“: CAV → DCV, EC-Steckerlüfter + Druckrückstellung, Wärmerückgewinnungs-Upgrade, Kanaldichtheit (Klasse C/D), Filterkonzeptoptimierung.
Wiederinbetriebnahme: Kontrollparameter, Sollwerte, Bypass-/Frostschutz, Akustik/Nebenschluss prüfen.
Nachrüstungsüberwachung: CO₂/VOC/PM, Δp-Filter, SFP, WRG-η; FDD-Regeln festlegen.
Normen/Vorschriften
DIN EN 16798-1/-3 (Kategorien/Leistungsanforderungen), DIN 1946-4/-7 (Gesundheitswesen/Labore), VDI 6022 (Hygiene), EN 1886 (Geräte), EN 12599 (Inbetriebnahme), EN 12237/EN 1507 (Kanäle), EN 1751 (Klappen), ISO 16890 (Filter), DIN 4109-1 (Schall), EN 15650/EN 12101 (Brandschutz/Rauchabsaugung), GEG, EU 1253/2014, IEC 62443 (Sicherheit).
Dokumentation
Raumbuch/Spezifikationen, Liste der Gebäudeautomationsfunktionen/Datenpunkte, EN 308/Geräteprüfzertifikate, TAB-Protokolle (EN 12599), Hygieneberichte (VDI 6022), Brandereignismatrix, Bestandsdokumentation (BIM/IFC, Anlagen-IDs).
Technologie/Überwachung
Auswahl des Wärmerückgewinnungssystems mit Leckage-/Hygieneprüfung; DCV mit CO₂-Sollwerten (Kat. I–III), VAV-Auslegung (Vmin/Vmax), Druckrückstellung.
Zweistufiger Filter (ePM10/ePM1) mit Δp-Überwachung; HEPA-Filter, wo erforderlich.
Online-Setzen und Überwachen von SFP-Zielen; FDD-Regeln für Filter, WRG, DCV, Druckkaskaden.
Kontinuierliche Verbesserung
PDCA-Zyklus: Planen (Ziele/KPIs) – Durchführen (Maßnahmen) – Überprüfen (Überwachung/Audit) – Anpassen (Optimieren).
Wiederinbetriebnahme alle 2-3 Jahre, saisonale Überprüfung von Sollwerten und Regeln.
Portfolio-Benchmarking und gewonnene Erkenntnisse; einschließlich Nutzerfeedback (Komfortberichte).
Führen Sie Normen und Sicherheitsaktualisierungen (GEG/Ökodesign/IEC 62443) in einem Normenregister.