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Komfort

Facility Management: Raumlufttechnische Anlagen » Anforderungen » Raumluftqualität » Komfort

Komfortanforderungen an die Raumluftqualität in modernen Gebäuden

Raumluftkomfort in RLT-Systemen

In großen, klimatisierten Versammlungs- oder Bürobereichen übernehmen RLT-Anlagen die Sicherstellung eines behaglichen Raumklimas. Sie sorgen für ausreichende Frischluftversorgung und stabile Raumkonditionen, was Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden der Nutzer fördert. Der Behaglichkeitszustand wird durch mehrere miteinander wechselwirkende Parameter bestimmt, darunter die Zulufttemperatur, die relative Luftfeuchte, die Luftgeschwindigkeit und die akustische Qualität der Anlage. Werden diese Faktoren nicht im zulässigen Bereich gehalten, können Nutzern Zugerscheinungen, Atemwegsreizungen durch zu trockene Luft oder störende Lärmemissionen auffallen. Deshalb müssen RLT-Anlagen gemäß anerkannter Normen (z. B. DIN EN 16798, ISO 7730) ausgelegt, betrieben und mit geeigneten Regelungs- und Überwachungsstrategien ausgestattet werden.

Komfortbedingungen im Betrieb von Lüftungsanlagen

Zulufttemperaturregelung

Die Regelung der Zulufttemperatur spielt eine zentrale Rolle für den thermischen Komfort in Aufenthaltsbereichen. Das AHU temperiert die Außenluft mithilfe von Heiz- und Kühlregistern, bevor die konditionierte Luft in die Raumzonen eintritt. Eine präzise Regelung stellt sicher, dass die Raumtemperaturen im gewünschten Sollbereich bleiben – z. B. etwa 21 °C im Winter und maximal 26 °C im Sommer – und verhindert unnötig hohen Energieaufwand. Moderne RLT-Anlagen nutzen häufig eine Kaskadenregelung, bei der die tatsächliche Raumtemperatur als Führungsgröße dient und den Sollwert der Zulufttemperatur nachführt.

  • Zuluft-Temperatursollwert: Gewünschte Austrittstemperatur der konditionierten Luft am AHU-Ausgang. Ziel ist es, mit diesem Sollwert die Raumtemperaturen auf einem angenehmen Niveau zu halten.

  • Raumtemperatursollwert: Vorgabewert für die Temperatur im Aufenthaltsraum (z. B. ~21 °C im Winter, max. 26 °C im Sommer). Er dient als Führungsgröße für die Regelung und definiert den Komfortbereich.

  • Heizregisterstellung: Modulation der Heizleistung im Winterbetrieb. Sie stellt sicher, dass die Zuluft nicht zu kalt wird und die Räume ausreichend erwärmt werden.

  • Kühlregisterstellung: Steuerung der Kühlleistung im Sommerbetrieb. Sie reguliert die Zulufttemperatur, um übermäßige Wärme im Raum zu vermeiden und angenehme Temperaturgrenzen einzuhalten.

Eine konstante Zulufttemperatur verhindert so unangenehme Schwankungen und gewährleistet einen gleichmäßigen thermischen Komfort in allen Zonen.

Regelung der relativen Luftfeuchte

Die relative Luftfeuchte beeinflusst maßgeblich das Raumklima. In der Heizperiode sinkt durch Zuführung kalter Außenluft die Raumfeuchte oft unter 30 %, was zu trockenen Augen und Schleimhäuten sowie einem erhöhten Infektionsrisiko führen kann. Dagegen begünstigt eine dauerhaft hohe Luftfeuchte (über 60 % bzw. 70 %) Schimmelbildung und mikrobielles Wachstum. Ein ausgeglichener Feuchtebereich trägt sowohl zur Gesundheit der Nutzer als auch zum Schutz der Gebäudesubstanz bei.

Die typischen Komfortbereiche lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Optimaler Komfortbereich (40–60 %): Idealer Bereich für menschliches Wohlbefinden und Behaglichkeit.

  • Erweiterter Bereich (30–65 %): Akzeptabel für die meisten Gebäude. Laut nationalem Anhang zur DIN EN 16798-1 wird eine Obergrenze von 65 % relativer Feuchte empfohlen.

  • Zu trockene Luft (<30 %): Führt zum Austrocknen von Haut und Schleimhäuten und steigert das Infektionsrisiko.

  • Zu feuchte Luft (>70 %): Erhöht das Risiko von Schimmelbildung und mikrobieller Kontamination.

Zur Einhaltung dieser Feuchtebereiche werden in RLT-Anlagen üblicherweise Luftbefeuchter (im Winterbetrieb) sowie Entfeuchtungsmaßnahmen (z. B. Kühlregister im Sommer) zusammen mit Wärmerückgewinnungssystemen eingesetzt.

Luftgeschwindigkeitsbegrenzung und Zugfreiheit

Die Luftgeschwindigkeit in Aufenthaltsräumen sollte möglichst niedrig gehalten werden, um ein unangenehmes Zuggefühl zu vermeiden. Für Büros werden bei etwa 20 °C Raumtemperatur Geschwindigkeiten um 0,15 m/s empfohlen; bei höheren Temperaturen (z. B. 26 °C) können bis zu ~0,20 m/s als noch behaglich empfunden werden. In großen Versammlungsräumen oder Hallen sind höhere Werte (bis ca. 0,25–0,30 m/s) zulässig, wenn dort entsprechend höhere Luftwechselraten notwendig sind. Bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten sollte die Luftgeschwindigkeit im Aufenthaltsbereich in der Regel 0,15 m/s nicht überschreiten.

  • Büros und Verwaltungsbereiche: 0,15–0,20 m/s (bei ~20–26 °C).

  • Besprechungs- und Schulräume: 0,15–0,25 m/s.

  • Große Hallen oder Industrieflächen: bis zu 0,30 m/s.

  • Sitztätigkeiten/ruhige Arbeitsplätze: ≤0,15 m/s.

Typische Ursachen für Zugluft sind falsch eingestellte oder fehlplatzierte Luftdurchlässe (z. B. zu hoher Volumenstrom), große Temperaturdifferenzen (kalte Zuluft), ungleichmäßige Luftverteilung (Ungleichgewicht zwischen Zonen) und insgesamt zu hohe Luftvolumenströme. Eine exakte Abstimmung der Luftmengen und die korrekte Einstellung der Auslässe sind daher essenziell, um Zugerscheinungen zu vermeiden.

Akustische Leistung von RLT-Anlagen

Mechanische Lüftungsanlagen erzeugen Lärm durch Ventilatoren, Luftturbulenzen und Schwingungen in den Kanälen. Diese Geräusche dürfen in Aufenthaltsbereichen gewisse Pegel nicht überschreiten.

Als Orientierung gelten etwa die folgenden maximalen Schalldruckpegel:

  • Büro- und Besprechungsräume: 35–40 dB(A).

  • Konferenzräume/Klassenzimmer: 30–35 dB(A).

  • Ruhe- und Pflegebereiche (Krankenhaus, Ruhezimmer): 25–30 dB(A).

Häufige Geräuschquellen und Gegenmaßnahmen sind:

  • Ventilatoren: Mechanische und aerodynamische Geräusche. Es werden vibrationsarme, drehzahlgeregelte Lüfter eingesetzt, um den Lärmpegel zu minimieren.

  • Luftturbulenzen: Strömungsgeräusche in Kanälen und Auslässen; sie lassen sich durch geeignete Schalldämpfer, größere Auslässe oder verringerte Strömungsgeschwindigkeiten dämpfen.

  • Kanalschwingungen: Übertragung von Lüftervibrationen auf die Gebäudestruktur; flexible Verbindungen und Vibrationsdämpfer werden eingesetzt, um Körperschall zu verhindern.

  • Luftauslässe: Geräusche an Diffusoren oder Gittern; spezielle akustisch gedämpfte Diffusoren oder Schalldämpfer am Austritt reduzieren diese Geräusche.

Übliche Maßnahmen zur Schallminderung umfassen den Einbau von Schalldämpfern in den Luftkanälen sowie die Verwendung von schwingungsdämpfenden Verbindungsstücken. Diese Komponenten helfen, die entstehenden Betriebsgeräusche auf Werte unterhalb der genannten Grenzpegel zu reduzieren.

Integriertes Monitoring für Raumluftkomfort

Eine kontinuierliche Überwachung der relevanten Klimaparameter ist entscheidend für den dauerhaften Komfort.

Moderne Gebäudeleittechnik erfasst typischerweise folgende Größen:

  • Zulufttemperatur: Sensor im Zuluftkanal am AHU – dient der Regelung von Heiz- und Kühlregistern.

  • Raumtemperatur: Sensor im Aufenthaltsbereich – überprüft, ob die Solltemperatur eingehalten wird.

  • Relative Luftfeuchte: Sensor im Raum oder in Kanälen – steuert die Luftbefeuchtung bzw. Entfeuchtung.

  • Luftgeschwindigkeit: Sensor nahe der Zuluftdiffusoren – erkennt mögliche Zugphänomene.

  • Schalldruckpegel: Mikrofon in Aufenthaltsbereichen – bewertet den akustischen Komfort und die Einhaltung der Lärmgrenzwerte.

Durch permanentes Monitoring dieser Werte kann das Facility-Management Abweichungen sofort erkennen und automatisch korrigieren (z. B. Anpassung von Sollwerten, Aktivierung von Alarmen). So lassen sich optimale Raumluftbedingungen dauerhaft sicherstellen.

Anspruch

Der Raumluftkomfort in RLT-Anlagen wird durch das ausgewogene Zusammenspiel von Temperatur-, Feuchte-, Luftstrom- und Schallschutzregelung erreicht. Jeder dieser Parameter muss bei Planung und Betrieb nach gültigen Standards berücksichtigt werden. Durch fachgerechte Auslegung, intelligente Regelung und kontinuierliches Monitoring können RLT-Systeme stabile und behagliche Innenraumverhältnisse bereitstellen, die das Wohlbefinden der Nutzer fördern und zugleich einen energieeffizienten Anlagenbetrieb ermöglichen.