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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Feuchteanforderungen durch passende Entfeuchtung erfüllen

Facility Management: Raumlufttechnische Anlagen » Konzepte » Entfeuchtungsverfahren

Feuchtequellen und erforderliche Zustände bilanzieren

Die Entfeuchtungsaufgabe ergibt sich aus einer nachvollziehbaren Feuchtebilanz. Außenluft, Undichthei-ten, geöffnete Türen, Personen, Produkte, Reinigungsarbeiten und Prozesse können Wasser in einen Raum eintragen. Hinzu kommen zeitweise freigesetzte Feuchtemengen aus Materialien. Der Auftragge-ber bestätigt, welche Raumzustände tatsächlich benötigt werden und wie lange Abweichungen tolerier-bar sind. Für die Auslegung werden Temperatur und Feuchte gemeinsam betrachtet. Eine relative Feuchte allein beschreibt die enthaltene Wassermenge nicht ausreichend, weil sie sich mit der Tempera-tur verändert. Deshalb werden geeignete Angaben zum Feuchtegehalt oder Taupunkt ergänzt. Die Bilanz unterscheidet Grundlast, Spitzenlast und die erwartete Lastentwicklung während einer Nutzungsschicht.

Entfeuchtungsverfahren für kontrollierte und energieeffiziente Raumluftbedingungen

Kondensation und Sorption anhand der Aufgabe vergleichen

Bei der Kondensationsentfeuchtung wird Luft an einer ausreichend kalten Oberfläche unter ihren Tau-punkt abgekühlt und Wasser abgeschieden. Das notwendige Temperaturniveau beeinflusst Kälteerzeu-gung, Vereisungsrisiko und anschließende Temperaturanpassung. Sorptionsverfahren binden Wasser-dampf an einem geeigneten Material und benötigen eine Regeneration. Dabei sind Wärmezufuhr, ge-trennte Luftwege und Abführung der freigesetzten Feuchte zu planen. Niedrige Taupunktziele, vorhande-ne Abwärme oder geringe Raumtemperaturen können die Verfahrenswahl wesentlich beeinflussen. Der Vergleich erfasst außerdem die Erwärmung der behandelten Luft, Hilfsenergie und Wartung. Belastbare Entscheidungen beruhen auf Betriebspunkten und Jahresverläufen; eine einzelne Nennleistung bildet die Nutzung nur unvollständig ab. Auch die Trocknung durch Außenluft wird geprüft, sofern deren Wasser-gehalt ausreichend niedrig ist. Dafür genügt ein niedriger relativer Feuchtewert bei einer anderen Tempe-ratur nicht. Zusätzliche Ventilatorarbeit und notwendige Erwärmung gehen in den Vergleich ein. Die Frei-gabe richtet sich nach gemessenen Luftzuständen und den tatsächlich zulässigen Raumbedingungen.

Prüffall

Bedeutung für die Auslegung

Feuchte Außenluft

Leistung bei hoher Wasserdampfzufuhr

Geringe Kühllast

Entfeuchtung ohne unzulässige Raumabkühlung

Tür- und Prozessereignis

Zeit bis zur Wiederherstellung des Sollzustands

Regenerationsausfall

Beherrschte Reaktion des Sorptionssystems

Feuchteregelung mit der Temperaturregelung abstimmen

Eine Anlage muss Feuchte auch dann beherrschen können, wenn kaum fühlbare Kühllast besteht. Gera-de in Übergangszeiten kann eine ausschließlich temperaturgeführte Kühlung den erforderlichen Wasser-entzug verfehlen. Die Regelbeschreibung legt deshalb fest, welche Führungsgröße die Entfeuchtung auslöst und wie gleichzeitig die zulässige Raumtemperatur eingehalten wird. Eine technisch erforderliche Nachwärmung wird begründet und energetisch bewertet. Nutzbare Rückgewinnungswärme und geeigne-te Wärmerückgewinnung werden dabei geprüft. Befeuchtung und Entfeuchtung erhalten abgestimmte Sollbereiche und Freigaben. Für empfindliche Prozesse werden außerdem Anfahrzustand, Türöffnung und zeitweilige Unterbrechung beschrieben. Die Regelung soll die bestätigte Produkt- oder Raumkonditi-on mit angemessenem Energieeinsatz erreichen.

Nebenbedingungen und Teillast früh nachweisen

Die verfügbare Entfeuchtungsleistung hängt vom tatsächlichen Luftzustand und vom Volumenstrom ab. Deshalb umfasst der Auslegungsnachweis warme und feuchte Außenbedingungen, kühle Übergangsta-ge und den vorgesehenen Mindestbetrieb. Bei Sorptionssystemen werden Regenerationsversorgung und mögliche Übertragung zwischen Luftwegen untersucht. Bei Kondensationssystemen sind vollständige Wasserabführung und frostbedingte Betriebsgrenzen zu berücksichtigen. Die Entwässerung bildet eine eigene Schnittstelle zum vorhandenen Kondensatkonzept. Raumdruck und Luftnachströmung werden in die Bilanz einbezogen, damit unkontrollierter Feuchteeintrag die Auslegung nicht unterläuft. Messstellen und Zugänge für spätere Leistungsprüfungen sollten bereits im Entwurf vorgesehen werden. Änderungen der Nutzung lösen eine erneute Prüfung der Feuchtelasten aus.

Leistung und Aufwand unter vergleichbaren Bedingungen bewerten

Für die Abnahme werden Eintrittszustand, Austrittszustand, Luftmenge und abgeführte Feuchte gemein-sam erfasst. Die Messstrategie muss zur Bauart passen und Unsicherheiten der Feuchtemessung be-rücksichtigen. DIN EN 12599 unterstützt den Abnahmenachweis für die Komfortkonditionierung; beson-dere industrielle Prozessumgebungen benötigen passende eigene Prüfgrundlagen. DIN EN 16211 betrifft die Luftvolumenstrommessung. Die Feuchteziele stammen aus dem bestätigten Nutzungskonzept. Im Betrieb werden Zielerreichung, Laufzeiten und eingesetzte Energie zusammen ausgewertet. Ein Ver-gleich des Energieaufwands je entfernter Wassermenge ist nur bei nachvollziehbaren Randbedingungen aussagekräftig. Auffällige Verläufe können auf verschobene Lasten, undichte Raumgrenzen oder fehler-hafte Sensorik hinweisen. Die Betriebsakte hält Referenzzustände und begründete Änderungen der Re-gelparameter dauerhaft fest.