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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Luftführung und Luftfeuchte

Facility Management: Raumlufttechnische Anlagen » Konzepte » Kühlzellen » Luftführung Feuchte

Produktbedingungen in Luftanforderungen übersetzen

Temperatur, Luftfeuchte und Luftbewegung werden aus den Anforderungen des Lagerguts und der Nutzung abgeleitet. Sie beeinflussen sich gegenseitig, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Eine passende Raumlufttemperatur gewährleistet noch keine gleichmäßige Produkttemperatur. Ebenso führt eine Temperaturregelung nicht automatisch zu einer stabilen relativen Luftfeuchte. Unverpackte Güter können Feuchte verlieren oder abgeben; Verpackungen verändern den Wärme- und Stoffaustausch. Empfindliche Materialien können durch Austrocknung, Kondenswasser oder örtliches Anfrieren beeinträchtigt werden. Das Anforderungsprofil benennt deshalb zulässige Zustände und deren räumliche sowie zeitliche Gültigkeit. Für Messung und Nachweis wird festgelegt, ob Luft, Oberfläche oder Produktkern maßgeblich ist. Die Anforderungen gelten für den freigegebenen Nutzraum unter definierten Beladungsbedingungen. Abweichende Ansprüche verschiedener Güter werden durch geeignete Trennung oder getrennte Regelzonen berücksichtigt. Insbesondere werden produktbedingte Grenzwerte von betrieblich gewählten Sollwerten getrennt.

Luftführung in Kühlzellen gezielt gestalten

Umluft und Warenanordnung abstimmen

Die Luftkühler werden so angeordnet, dass ihre Luftströmung den vorgesehenen Lagerraum erreicht und einen freien Rückweg besitzt. Kurzschlüsse zwischen Ausblas und Ansaugung können die Messwerte am Gerät verbessern, während entfernte Bereiche zu warm bleiben. Regale, Gebinde und Einbauten verändern die Strömung wesentlich. Freizuhaltende Abstände und maximale Stapelhöhen werden deshalb aus dem geprüften Luftführungskonzept abgeleitet. Direkt angeströmte empfindliche Güter benötigen gegebenenfalls Schutz vor übermäßiger Abkühlung und Feuchteverlust. Ventilatorleistung, Wurfweite und Geometrie werden gemeinsam bewertet. Höhere Luftgeschwindigkeit ist nicht durchgehend vorteilhaft, weil sie Schall, Zugbelastung und den Stoffaustausch an Oberflächen erhöhen kann. Anpassbare Ventilatorstufen helfen, Abkühlbetrieb und Lagerbetrieb zu unterscheiden. Ihre zulässige Reduzierung wird anhand der nachgewiesenen Temperaturverteilung und nicht allein nach subjektivem Geräuschempfinden festgelegt. Ventilatorzustände bei geöffneter Tür werden entsprechend dem gewählten System und seinem Nutzungskonzept festgelegt.

Einflussgröße

Mögliches Problem

Planerische Festlegung

Luftkühler und Regale

Ungleichmäßige Temperaturverteilung

Freie Ausblas- und Rückströmwege

Direkte Anströmung

Austrocknung oder örtliche Überkühlung

Geeignete Warenposition

Verdampfertemperatur

Unerwünschter Feuchteentzug

Abgestimmte Wärmeübertragerauslegung

Außenluft und Türen

Zusätzliche Wärme und Feuchte

Luftmengen und Nutzungsprofil

Messstellen

Unentdeckte Grenzwertverletzungen

Positionierung nach Verteilungsmessung

Feuchtebilanz und Verdampferauslegung berücksichtigen

Feuchte gelangt über Türöffnungen, Undichtheiten, Lagergut und Reinigung in die Zelle. An kalten Wärmeübertragerflächen kann sie kondensieren oder als Reif abgeschieden werden. Das Ausmaß hängt unter anderem von Oberflächentemperatur, Luftzustand und Betriebsdauer ab. Eine größere Temperaturdifferenz zwischen Raumluft und Verdampfung kann den Feuchteentzug verstärken. Die Auswahl des Luftkühlers beeinflusst daher die Qualität des Lagerguts und die Abtauhäufigkeit. Relative Luftfeuchte ist außerdem temperaturabhängig; ihre Änderung beweist für sich allein noch keinen Feuchteeintrag oder Feuchteverlust. Bei engen Vorgaben wird geprüft, ob die Kälteanlage den geforderten Bereich in allen vereinbarten Betriebszuständen halten kann. Erforderliche Be- oder Entfeuchtung wird als eigene Funktion geplant. Sie benötigt geeignete Hygiene, Wartung, Regelung und Überwachung und darf nicht als unbelegte Eigenschaft einer gewöhnlichen Kühlzelle vorausgesetzt werden. Bei zusätzlicher Befeuchtung sind Wasserqualität, Tropfenabscheidung und die Vermeidung von Ablagerungen zu berücksichtigen.

Umluft von notwendigem Luftaustausch unterscheiden

Die Umwälzung von Zellenluft transportiert Wärme zum Luftkühler, führt jedoch grundsätzlich keine frische Außenluft zu. Ein angegebener Umluftvolumenstrom ist deshalb kein Nachweis ausreichender Lüftung für Personen oder einer wirksamen Sicherheitslüftung. Ob und in welchem Umfang Luftaustausch erforderlich ist, ergibt sich aus Nutzung, Stofffreisetzungen und Sicherheitskonzept. Ein pauschaler Luftwechsel lässt sich nicht auf sämtliche Kühlzellen übertragen. Zusätzliche Außenluft bringt Wärme und Feuchte ein und muss in die Kühllast und Feuchtebilanz aufgenommen werden. Gerüche, Reifegase und andere produktspezifische Emissionen sind gegebenenfalls gesondert zu behandeln. Der Druckausgleich der Zelle erfüllt eine andere Funktion als diese Lüftungsaufgaben. Werden Zellen in vorhandene Lüftungsanlagen eingebunden, sind Rückströmung, Verunreinigung, Kondensation und die Abgrenzung von Regel- und Sicherheitsfunktionen zu klären. Eine erforderliche Sicherheitslüftung erhält eigene Auslegungsvorgaben und eine Prüfung ihrer tatsächlichen Wirksamkeit.

Verteilung messen und Nutzungsgrenzen festhalten

Die Überprüfung der Luftführung erfolgt unter den vereinbarten Betriebs- und Beladungszuständen. Eine räumlich verteilte Temperaturmessung zeigt warme und kalte Bereiche sowie die Wirkung von Türöffnungen und Abtauphasen. Messpunkte werden anhand von Raumgeometrie, Luftkühlern und Risikobereichen festgelegt. Bei feuchtekritischer Nutzung wird die Feuchteverteilung mit geeigneten Sensoren zusätzlich erfasst. Messgeräte müssen für Temperaturbereich und mögliche Kondensation geeignet sein. Aus den Ergebnissen ergeben sich nutzbare Lagerzonen, erforderliche Freiräume und zweckmäßige Positionen der dauerhaften Überwachung. Diese Festlegungen werden im Betrieb sichtbar gemacht und bei Änderungen von Regalen, Gebinden oder Ventilatorparametern überprüft. Verbesserungen werden durch erneute Messung bestätigt. Damit bleibt die Luftführung auch dann beherrschbar, wenn die Zelle technisch unverändert erscheint, sich ihre tatsächliche Beladung aber wesentlich verändert hat. Auffällige Messwerte werden einschließlich Türzustand, Beladung und Betriebsphase ausgewertet, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.