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Luftkühlung anhand der Wärmelast auslegen

Facility Management: Raumlufttechnische Anlagen » Konzepte » Rechenzentrumskühlung » Luftkühlung

Geräteanforderungen als Ausgangspunkt nutzen

Luftkühlung ist geeignet, wenn die erforderliche Wärmeabfuhr unter den zulässigen Bedingungen der eingesetzten Rechner dauerhaft gelingt. Eine allgemeingültige Grenze von 30 Kilowatt je Serverschrank besteht nicht. Diese Größenordnung kann Anlass für eine vertiefte Variantenprüfung sein, erlaubt aber keine pauschale Technologieentscheidung. Maßgeblich sind die Bauart der Geräte, die Verteilung der Verlustleistung und die tatsächlich verfügbare Luftmenge. Auch bei geringerer Schrankleistung können einzelne Bauteile eine andere Kühltechnik benötigen. Umgekehrt können geeignete Luftführungen höhere Leistungen ermöglichen, gegebenenfalls mit zusätzlichen Wärmeübertragern unmittelbar am Schrank.

Luftkühlung präzise nach Wärmelast auslegen

Luftmenge und Temperaturhub verbinden

Die abführbare Wärme hängt von Luftmenge, Luftdichte und Temperaturanstieg zwischen Geräteeintritt und Geräteaustritt ab. Ein vereinfachtes Rechenbeispiel verdeutlicht die Größenordnung: Bei 30 Kilowatt Wärmeleistung und zehn Grad Temperaturanstieg sind ungefähr 9.000 Kubikmeter Luft je Stunde erforderlich. Zugrunde liegen übliche Raumluftbedingungen; der Wert enthält keine Leckagen oder Sicherheitszuschläge. Ein größerer Temperaturhub senkt rechnerisch die benötigte Luftmenge, ist jedoch nur nutzbar, wenn Geräte und Gesamtsystem diese Betriebsweise zulassen. Die endgültige Auslegung verwendet die Herstellerdaten und die tatsächlichen Bedingungen am Standort. Die elektrische Nennanschlussleistung und die gleichzeitig auftretende tatsächliche Wärmeleistung werden dabei sauber unterschieden. Für Reserven sind dokumentierte Annahmen erforderlich. Mehrfach angesetzte Zuschläge können eine unnötig große Anlage erzeugen, während zu optimistische Gleichzeitigkeiten zu fehlender Kühlleistung gerade bei besonders wichtiger Nutzung führen können.

Prüfgröße

Bedeutung für die Auslegung

Wärmeleistung je Schrank

Lokalen Kühlbedarf bestimmen

Zulässiger Temperaturhub

Erforderliche Luftmenge ableiten

Druckverlust des Luftweges

Ventilatorbedarf und Lieferfähigkeit prüfen

Ungünstigster Geräteeintritt

Örtliche Betriebsgrenze nachweisen

Druckverluste systematisch begrenzen

Die erforderliche Luftmenge muss die Geräteeintritte erreichen. Engstellen an Türen, verdeckte Luftöffnungen, ungeordnete Verkabelung und ungünstige Umlenkungen erhöhen den Widerstand. Zusätzliche Ventilatorleistung kann solche Ursachen nur begrenzt ausgleichen und erhöht Energiebedarf sowie Geräuschbelastung. Die Planung stimmt deshalb Schrankausstattung, Luftwege und Kühlgeräte aufeinander ab. Besonders zu prüfen sind Geräte mit seitlicher Luftführung oder abweichender Einbaurichtung. Sie können warme Luft in eigentlich gekühlte Bereiche abgeben. Luftleitbleche und geeignete Anordnungen werden bereits bei der Beschaffung vorgesehen, damit spätere Behelfslösungen vermieden werden.

Reale Belastungsfälle nachweisen

Der Nachweis umfasst die am stärksten belasteten Schränke und den ungünstigsten vorgesehenen Betriebszustand. Dazu gehören hohe Außenlufttemperaturen, teilweise belegte Reihen, geöffnete Wartungsbereiche sowie der vereinbarte Ausfall eines Kühlgerätes. Gemessen werden die Bedingungen an mehreren relevanten Geräteeintritten, insbesondere in den oberen Schrankbereichen und an Randlagen. Eine durchschnittliche Raumtemperatur kann örtliche Überhitzung verdecken. Strömungsberechnungen unterstützen die Beurteilung, müssen aber mit nachvollziehbaren Lastannahmen und späteren Messungen verbunden werden. Die Freigabe zusätzlicher Rechner erfolgt anhand der verbleibenden örtlichen Kühlkapazität.

Luftkühlung wirtschaftlich weiterentwickeln

Vor einer vollständigen Umstellung der Kühltechnik werden die vorhandene Luftführung und die tatsächliche Belegung überprüft. Geschlossene Leerplätze, abgedichtete Durchführungen und angepasste Luftmengen können bisher ungenutzte Kapazität erschließen. Reicht dies für geplante Geräte nicht aus, werden zusätzliche schranknahe Wärmeübertrager oder direkt flüssigkeitsgekühlte Bereiche bewertet. Entscheidend ist die Gesamtwirkung einschließlich Pumpen, Ventilatoren, Rückkühlung und Betriebspersonal. Eine Erweiterung darf keine verdeckten Abhängigkeiten schaffen. Für jede Maßnahme werden erreichbare Leistung, Betriebsgrenzen und notwendige Nachweise festgelegt, damit die technische Verbesserung auch unter veränderter Belegung erhalten bleibt.