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FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Kältespeicher nach Lastverlauf und Betriebsziel dimensionieren

Facility Management: Raumlufttechnische Anlagen » Konzepte » Kaltwassersysteme » Kältespeicher

Den Speicherauftrag eindeutig festlegen

Ein Kältespeicher kann Spitzenlasten begrenzen, Erzeugung zeitlich verschieben oder eine begrenzte Versorgungsunterbrechung überbrücken. Diese Aufgaben erfordern unterschiedliche Auslegungen. Zu-nächst werden der zeitliche Kältebedarf, die erforderlichen Vorlauftemperaturen und die verfügbare elekt-rische Leistung erfasst. Ein kleiner hydraulischer Puffer zur Stabilisierung der Kältemaschine erfüllt nicht automatisch die Aufgabe eines Energiespeichers. Für jede vorgesehene Funktion werden Entladeleis-tung, nutzbarer Energieinhalt und zulässige Versorgungsdauer beschrieben. Ebenso wird festgelegt, wann der Speicher wieder geladen werden kann. Ohne ein ausreichend langes und leistungsfähiges La-defenster kann eine rechnerisch passende Speicherkapazität im wiederkehrenden Betrieb unzureichend sein. Besonders bei aufeinanderfolgenden heißen Tagen werden mehrere vollständige Tageszyklen be-trachtet. Der Speicher darf nicht nur am ersten Tag mit angenommenem Vollzustand funktionieren. Für kritische Verbraucher wird festgelegt, wie ein unvollständig geladener Speicher die zulässige Betriebs-weise und die verfügbare Reserve verändert.

Kältespeicher für energieeffiziente und flexible Gebäudekühlung

Speicherart und Temperaturniveau zusammen auswählen

Kaltwasserspeicher nutzen eine zulässige Temperaturänderung des gespeicherten Wassers. Eisspeicher und andere geeignete Phasenwechselmaterialien beziehen zusätzlich die Energie des Phasenwechsels ein. Die Auswahl berücksichtigt benötigte Verbraucherbedingungen, verfügbare Fläche, Tragfähigkeit und das erreichbare Ladeniveau. Ein niedrigeres Erzeugungstemperaturniveau kann die Leistungszahl einer Kältemaschine verschlechtern. Auch zusätzliche Wärmeübertrager und Mischvorgänge verändern die nutzbare Temperaturspreizung. Deshalb wird nicht allein das Behältervolumen verglichen. Maßgeb-lich ist die Energie, die am Verbraucher innerhalb seines zulässigen Temperaturbands tatsächlich ver-fügbar wird. Der Flächen- und Montagebedarf umfasst außerdem Dämmung, Wartungszugänge, An-schlüsse und den späteren Austauschweg.

Betriebsziel

Maßgeblicher Nachweis

Spitzenbegrenzung

Entladeleistung im kritischen Zeitfenster

Lastverschiebung

Vollständige Energie- und Kostenbilanz

Überbrückung

Versorgungsdauer einschließlich Hilfsenergie

Wiederaufladung

Verfügbare Leistung und ausreichendes Ladefenster

Hydraulik und Ladezustand nachvollziehbar gestalten

Die hydraulische Einbindung legt fest, ob Speicher und Erzeuger gleichzeitig oder nacheinander versor-gen. Pumpen, Ventile und Messstellen müssen alle vorgesehenen Betriebsarten unterstützen. Bei ge-schichteten Wasserspeichern sind unerwünschte Durchmischung und ungeeignete Anschlussströmun-gen zu vermeiden. Der Ladezustand wird aus geeigneten Messgrößen ermittelt; eine einzelne Tempera-turanzeige kann den verfügbaren Energieinhalt unzureichend beschreiben. Frostschutz, Druckhaltung, Wasserbeschaffenheit und Kondensatvermeidung werden für das konkrete System ausgelegt. Für War-tungsarbeiten ist zu klären, welche Versorgung bei abgesperrtem Speicher erhalten bleibt. Ein gemein-samer Engpass in Pumpen oder Regelung kann den Nutzen eines zusätzlichen Speichers erheblich be-grenzen.

Den Nutzen über vollständige Zyklen bewerten

Die Bewertung umfasst Laden, Bereitschaft, Entladen und Wiederherstellung der Reserve. Erfasst wer-den die Energie der Kälteerzeugung und aller zusätzlichen Pumpen sowie thermische Verluste. Niedrige-re Stromkosten durch zeitliche Verschiebung sind von einer tatsächlichen Energieeinsparung zu unter-scheiden. Eine günstigere Erzeugung bei kühler Außenluft kann Vorteile schaffen, die durch tiefere Lade-temperaturen oder Zusatzverbrauch wieder vermindert werden. Lastspitzen, Tarifbedingungen und ver-fügbare Eigenerzeugung werden mit realistischen Szenarien geprüft. Für die Wirtschaftlichkeit zählen auch Investition, Platzbedarf und Instandhaltung. Ein bloßer Vergleich einzelner günstiger Betriebsstun-den reicht für eine belastbare Investitionsentscheidung nicht aus.

Die verfügbare Reserve praktisch nachweisen

Bei der Inbetriebnahme werden nutzbare Entladeleistung, Dauer und Temperaturhaltung unter vereinbar-ten Lastbedingungen geprüft. Soll der Speicher Störungen überbrücken, werden auch Ausfall von Netz-versorgung, Pumpen oder Kommunikation und der Wiederanlauf betrachtet. Der Speicher allein erzeugt noch keine unabhängige Versorgung. Die erforderlichen Hilfsaggregate und ihre Energieversorgung ge-hören zum Nachweis. Für jeden Betriebstag wird eine Mindestreserve festgelegt, sofern die Betriebssi-cherheit darauf angewiesen ist. Eine kostenoptimierte Entladung darf diese Reserve nicht unbemerkt verbrauchen. Betriebsdaten zeigen anschließend, ob Ladefenster, Speichergröße und Regelung zum tatsächlichen Lastverlauf passen und wann Anpassungen erforderlich werden. Abweichungen zwischen berechnetem und gemessenem Ladezustand werden untersucht, bevor die verfügbare Überbrückungs-dauer gegenüber den Nutzern erneut zugesagt wird.